Für die "Zürich" in Zürich

FDP-Nationalrätin Christa Markwalder steht bei der "Zürich" unter Vertrag.
FDP-Nationalrätin Christa Markwalder steht bei der "Zürich" unter Vertrag.

Christa Markwalder ist bisher als Europapolitikerin aufgefallen, die die Schweiz am liebsten in der EU sähe. Weniger bekannt ist, dass die FDP-Nationalrätin aus Burgdorf auch dem Kreis der einflussreichen Versicherungslobby angehört. Seit zwei Jahren betreibt die Juristin Öffentlichkeitsarbeit für die «Zürich». In dieser Angelegenheit machte sie sich gestern an der Jahresmedienkonferenz des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) in Zürich für die Senkung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge stark, über dessen Höhe das Schweizer Volk am 7.März 2010 zu befinden hat.

 

Vertreterin der Jungen

 

Christa Markwalder sprach gestern in Zürich nicht nur als Vertreterin der «Zürich», sie sprach auch als Vertreterin der Jungen. «Aus Sicht der jungen Generation ist es unverantwortlich, den BVG-Mindestumwandlungssatz nicht rechtzeitig zu senken, denn der Status quo produziert Rentenlöcher, die von den Erwerbstätigen und Arbeitgebern heute und in Zukunft finanziell gestopft werden müssen.»

 

Markwalder sagte, schon heute finde eine «massive Umverteilung von Erwerbstätigen und Arbeitgebern zu Rentnern statt». Und zwar in der Grössenordnung von 600 Millionen Franken jährlich.

 

600 Millionen?

 

Diese Zahl beruht freilich auf einer vagen Schätzung, die eher zu hoch gegriffen sein dürfte. Doch selbst wenn nur die Hälfte, also 300 Millionen Franken, von den Erwerbstätigen zu den Rentnern umverteilt würden, wären das immer noch 300 Millionen Franken zu viel. Denn die zweite Säule basiert im Unterschied zur AHV als erste Säule auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Bei diesem System muss bei der Pensionierung so viel angespart sein, dass damit die Rente finanziert werden kann.

 

«Es kann doch nicht sein», bemerkte Christa Markwalder weiter, «dass die junge Generation für alle Vorsorgelöcher aufkommen muss, die sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Säule vorhanden oder im Entstehen sind, und zusätzlich die Staatsschulden, die sie nicht selbst zu verantworten haben, verzinsen und abbauen müssen.»

 

Erschienen in der BZ am 21. Januar 2010

Claude Chatelain