Juhui! ein Fondskonto

Wie legt man ein Fondskonto unter den Weihnachtsbaum?
Wie legt man ein Fondskonto unter den Weihnachtsbaum?

Es muss nicht immer ein Goldvreneli sein: Wer Kindern einen Sparbatzen mit auf den Weg geben will, ist mit einem Fondskonto besser bedient.

Grosseltern, Götti und Gotten kennen das Problem: Sie sollten dem Enkel oder Patenkind ein Geschenk machen – und wissen nicht was. Ein zweites Plüschtier wäre eines zu viel, an Kleidern haben höchstens die Eltern Freude, und mit Spielzeugen ist das eben auch so eine Sache: Allzu viel ist ungesund. Also entscheidet man sich für etwas wirklich «Wertvolles»: für Geld, ein Jugendsparheft, Goldmünzen oder – wie aufregend – ein Fondskonto. An diesem Geschenk wird das Kind zumindest bei Volljährigkeit seine Freude haben.

Tägliche Schwankungen

 

Sollte mit dem angelegten Geld eine möglichst hohe Rendite herausschauen, wird das Fondskonto kaum zu schlagen sein: Statt dass das Geld auf dem Sparkonto liegt, wird es in Anlagefonds investiert. Das Kind besitzt also nicht so und so viele Franken auf dem Konto, sondern so und so viele Fondsanteile. Der Wert eines Fondsanteils schwankt täglich, so wie eben auch die Kurse für Aktien oder Obligationen täglichen Schwankungen ausgesetzt sind.

 

Damit das Fondssparen von Erfolg gekrönt ist, sind gewisse Punkte zu beachten:

- Man lässt das Geld mindestens zehn Jahre liegen, denn Wertschriften erleiden zwischendurch Kursverluste.

- Man investiert zeitlich gestaffelt, statt das ganze Geld auf einen Schlag zu überweisen. Damit wird die Gefahr gebannt, vor einem eventuellen Kurssturz alle Fondsanteile zu einem zu hohen Preis gekauft zu haben.

- Man bleibt investiert, selbst wenn es an der Börse kracht. Damit lässt man sich nicht von der Börsenstimmung zu Verkäufen verleiten. Sonst besteht die Gefahr, dass die Wertschriften im ungünstigsten Moment abgestossen werden.

 

Für Aktien prädestiniert

 

Dies sind alles Voraussetzungen, die Kinder problemlos zu erfüllen vermögen: Sie kommen erst mit 18 ans Vermögen, sodass das Geld lange liegen bleibt. Gotte, Götti, Grosi und Grossvati werden nicht alles auf einmal übergeben, sondern immer wieder ein bisschen. Und von allfälligen Börsenturbulenzen merkt das Kind ohnehin nichts. Kinder sind fürs Aktienfondssparen wie geschaffen.

 

Geschenkkonto

 

Die Rentabilität ist das eine, die Emotionalität etwas anderes: Gerade Grosseltern können sich unter einem «Fondskonto» häufig wenig vorstellen, unter dem Begriff «Geschenkkonto» hingegen schon etwas. Nur so ist zu erklären, dass zum Beispiel die Migros-Bank eine stete Zunahme ihrer Geschenkkonti verbuchen kann – trotz des bescheidenen Bruttozinses von 1,625 Prozent.

 

Emotional noch höher im Kurs sind Goldmünzen, namentlich das altbackene Goldvreneli. Es ist eben ein Vreneli, eines zum Anfassen. Leider setzte die 20-Franken-Goldmünze bisher keine berauschende Rendite ab, obschon der Goldpreis auf Rekordhöhe notiert. Was der Goldpreis an Wert zulegte, wurde durch den Wertzerfall des Dollars zunichtegemacht. Dennoch scheint das Vreneli derzeit eine Renaissance zu erleben. Neben den Kurantmünzen wie den Vreneli, die einen offiziellen Wert haben, gibt es numismatische Münzen, die vor allem das Sammlerherz ansprechen. Doch Sammlermünzen sind nichts für Laien. Sammlermünzen sind eine Wissenschaft für sich. Da muss man sich auskennen. Sonst ist die Gefahr gross, Preise über dem Marktwert zu zahlen.

 

Da sind die Fondskonti vergleichsweise günstig – insbesondere für Kinder. Hier muss man unterscheiden zwischen den starren Fondssparplänen und den flexiblen Fondskonti. Beim Fondssparplan, wie er praktisch von jeder Bank angeboten wird, ist ein bestimmter Betrag festzulegen, der entweder monatlich, vierteljährlich oder jährlich einbezahlt werden soll. Solche Sparpläne sind ideal für Leute, die sich für ihre eigene Vorsorge einem Sparzwang unterwerfen wollen.

 

Flexibel ist besser

 

Doch Paten und Grosseltern ziehen normalerweise die flexible Variante vor, wie sie von der UBS, Postfinance, Bank Coop und den Kantonalbanken propagiert werden. Beim flexiblen Fondskonto kann man zahlen, wann immer man will. Auch der Betrag ist variabel. Das geht etwa so: Man zahlt also zum Beispiel am Geburtstag 100 Franken, dann an Weihnachten 150 Franken und an der Konfirmation oder Kommunion 500 Franken ein. Und sollte der Enkel oder das Patenkind bis zum 18.Altersjahr immer noch nicht zu den Rauchern gehören, gibts 1000 Franken obendrein.

 

Erschienen am 15. Dezember 2010

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Claude Chatelain