Vierte Säule: Die Säule 3a war nicht zur Subventionierung der Banken gedacht

Von der Säule 3a profitieren insbesondere auch die Banken.
Von der Säule 3a profitieren insbesondere auch die Banken.

Der Dezember ist der Monat, in welchem die Banken ihre Kunden daran erinnern, das Ersparte noch hurtig aufs Konto 3a einzuzahlen. Der Erfolg ist für die Banken garantiert. Vorsorgegelder des Typs 3a fliegen ihnen nur so zu.

Das Sparen 3a wird salopp auch als 3.Säule bezeichnet. Das ist unpräzise. Auch das freiwillige Sparen 3b ist Teil der 3.Säule. Die Säule 3a ist dagegen gebunden und steuerbegünstigt. Gebunden, weil man das Geld abgesehen von ein paar Ausnahmen erst fünf Jahre vor dem AHV-Alter beziehen kann. Steuerbegünstigt, weil sich die einbezahlten Beiträge vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen lassen. Angestellte mit einer Pensionskasse können derzeit jährlich bis 6566 Franken auf ein Konto 3a überweisen und steuerlich geltend machen. Für Selbstständigerwerbende ist dieser Betrag auf 32832 Franken limitiert.

 

Obschon das Vorsorgegeld jahrelang und manchmal auch jahrzehntelang auf dem Konto 3a liegen bleibt, lässt die Verzinsung zu wünschen übrig. Die Sätze waren zwar auch schon tiefer. Doch ein Zins von 1,75 Prozent, wie er von diversen Instituten angeboten wird, ist definitiv zu wenig. Andere, etwa die Berner Kantonalbank (BEKB) oder die UBS, zahlen einen halben Prozentpunkt mehr. Auch für achtjährige Kassenobligationen gibt es mehr. (Die Konti 3a auf einen Blick)

 

Die Banken verdienen sich mit solchen Geldern dumm und dämlich. Denn die Kundschaft, die nun eben im Dezember ans Konto 3a erinnert wird, schätzt das Vorsorgekonto nicht wegen der bescheidenen Verzinsung. Sie liebt es wegen der genannten steuerlichen Vorzüge.

 

Weil das Sparen 3a wegen des Steuerabzugs derart beliebt ist, gehen dem Fiskus Milliarden von Steuergeldern verloren. Das ist ganz im Sinne der Bundesverfassung: «Der Bund fördert in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Selbstvorsorge namentlich durch Massnahmen der Steuer- und Eigentumspolitik», steht in Artikel 111. Wobei der Zweck dieses Artikels darin besteht, dem Bürger zu einer gesunden Vorsorge zu verhelfen. Und es war eigentlich nicht die Absicht des Gesetzgebers, die Banken zu subventionieren.

 

Erschienen in der BZ am 8. Dezember 2009

Claude Chatelain