Moment mal: Merci für diesen Grossmut

Über 12 Millionen Franken zahlen Kanton, Stadt Bern und die umliegenden Gemeinden dem Berner Symphonieorchester (BSO) jährlich an Subventionen. Und da jede Subvention letztlich vom Steuerzahler bezahlt wird, sollte man als Geldgeber auch wissen dürfen, was mit dem Geld geschieht.

«Ich weiss nicht, ob ich Ihnen die Jahresrechnung schicken darf», erklärt Stiftungsratspräsident ad interim Lorenz Hasler auf Anfrage. Das BSO sei eine Stiftung. Er rapportiere dem Vorstand der Regionalen Kulturkonferenz (RKK). Also fragt der Steuerzahler bei Thomas Hanke, dem Präsidenten der RKK, nach. Auch er kann nicht auf Anhieb und von sich aus das Okay geben, verspricht aber Antwort innert 24 Stunden.

 

Nun, seine Vernehmlassung im Vorstandskollegium hat ergeben: «Ja, man darf.» Die Geschäftsführerin der RKK teilt Lorenz Hasler mit, aus der Sicht der RKK stünde ihm nichts im Wege, dem Steuerzahler den Rechnungsabschluss des BSO zuzustellen.

 

Die Geldgeber wissen diese Geste zu verdanken.

 

Erschienen in der BZ am 17. Juni 2013

Claude Chatelain