Vierte Säule: Fondssparplan mit ETF

Finanzspezialisten sind wie Juristen: zwei Experten, drei Meinungen. Doch in zwei Punkten sind sich Finanzexperten einig: Indexierte Produkte versprechen höhere Renditen als aktiv geführte Anlagefonds. Und: Fondssparpläne sind ideale Vehikel für den Privatanleger. Beim Fondssparplan wird regelmässig ein Betrag von mindestens hundert Franken in einen Fonds investiert.

Indexiert ist ein Finanzprodukt, wenn es den Kursverlauf eines Börsenindexes abbildet. Bekannte Beispiele sind die börsenkotierten Anlagefonds, eher bekannt als Exchange Traded Funds (ETF). Kauft man einen solchen ETF, zum Beispiel den «XMTCH on SMI» , kauft man Anteile der 20 im Swiss Market Index (SMI) enthaltenen Aktien – und zwar exakt entsprechend ihrer Gewichtung.

 

Hingegen bei den aktiv geführten Fonds versucht ein Heer von Spezialisten, jene Aktien herauszupicken, die eine höhere Rendite erzielen als der Index. Das Dumme ist bloss, dass ihnen das nur selten gelingt.

 

Nichts Schöneres also, einen Fondssparplan mit einem ETF zu kombinieren. Leider wird das nicht so einfach sein: ETF werden wie Aktien gehandelt. Beim Kauf und Verkauf wird eine Courtage erhoben. Sie beträgt im elektronischen Handel zwischen 25 und 35 Franken. Wenn also für eine Investition von 100 Franken 35 Franken Courtage abgezogen werden, lohnt sich das Geschäft nicht.

 

Anders beim konventionellen Anlagefonds: Hier wird nicht eine Courtage, sondern eine Ausgabegebühr von 0,5 bis 2 Prozent verrechnet. Bei einer Investition von 100 Franken wären das 50 Rappen bis 2 Franken.

 

Nun könnten ja die Banken die Gebührenstruktur von ETF anpassen und Fondssparpläne mit ETF anbieten. Warum tun sie es nicht? «In diese ETFs kann aus technischen Gründen nicht via das Fondskonto investiert werden», erklärt die Pressestelle der UBS.

 

Entweder ist die UBS auch technisch nicht auf der Höhe oder sagt ganz einfach nicht die Wahrheit. Die Valiant Bank beweist nämlich das Gegenteil. Von 15 Anlagefonds, die für den Fondssparplan zur Auswahl stehen, sind zwei davon ETF – pikanterweise erst noch zwei von der UBS.

 

Erschienen in der BZ am 31. März 2009

Claude Chatelain