Vierte Säule: Über fondsgebundene Lebensversicherungen

Bei den fondsgebundenen Sparversicherungen  wird doppelt gemoppelt – leider auf Kosten der Rendite.

Kurz zur Geschichte: Im Börsenboom Ende der Neunzigerjahre kamen die fondsgebundenen Sparversicherungen so richtig in Schwung. Sie ersetzten die klassische Sparversicherung. Klassisch heisst: Der Versicherer garantiert neben der Todesfallsumme auch ein Erlebensfallkapital, welches am Ende der Laufzeit – häufig mit Alter 60 – ausbezahlt wird.

 

Zudem werden je nach Finanzerträge auch noch Überschüsse ausbezahlt. Diese Variante  ist undurchsichtig. Wie der Versicherer die Überschüsse festlegt, ist nicht nachvollziehbar.

Bei der fondsgebundenen Versicherung fliesst die Sparprämie nicht ins Wertschriftenportefeuille des Versicherers, sondern in einen Anlagefonds. Diese Variante ist transparent. Man kennt den Kursverlauf des Anlagefonds. Doch am Ende der Laufzeit wird nicht ein garantiertes Erlebensfallkapital, sondern der Gegenwert der Fondsanteile ausbezahlt. Damit liegt das Risiko beim Kunden. Das heisst, nur die Todesfallsumme ist garantiert, nicht aber das Erlebensfallkapital. So zumindest war es in der Vergangenheit. Denn mehr und mehr kommen auch die fondsgebundenen Lebensversicherungen mit einem garantierten Erlebensfallkapital daher.

 

Problem Nummer eins: Keine Garantie ist gratis. Damit das Erlebensfallkapital garantiert werden kann, muss der Versicherer Absicherungsinstrumente einsetzen. Diese kosten viel Geld. Die Kosten werden direkt von der Prämie abgezogen. Bezahlte Prämie minus Kosten ergibt die Sparprämie. Nur die Sparprämie wird in den Fonds investiert.

 

Problem Nummer zwei: Die Garantie ist so bescheiden, dass man das Geld ebenso gut aufs Sparheft überweisen könnte. Dank Zins und Zinseszins käme man beim Verfall auf einen ähnlich hohen Betrag.

 

Indem man jährlich in den Fonds investiert, macht man genau das Richtige: Man investiert gestaffelt ohne Rücksicht auf vorübergehende Kursschwankungen. Damit  werden die Anlagefonds über all die Jahre eine anständige Rendite erzielen. Da braucht man nicht auch noch teures Geld für Garantien auszugeben. Kurz: Die Kosten sind enorm, die Garantie ist minim. Hemdsärmliger ausgedrückt: Wer sich einen Gürtel umschnallt, braucht keine Hosenträger.

 

Erschienen in der BZ am 24. Februar 2009

Claude Chatelain