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Der Fondssparplan ist etwas vom Besten, was die Finanzwelt für den Privatanleger geschaffen hat. Doch welcher ist der Beste? Worauf ist bei der Auswahl zu achten? Diese neun Fragen sollten Sie beantworten.

Fondssparpläne haben zwei bestechende Trümpfe. Erstens: Man investiert regelmässig einen bestimmten Betrag, unabhängig der momentanen Marktlage. Damit wird das Timing missachtet, weil man eben sowieso nie weiss, ob die Kurse steigen oder sinken werden. Wenn man nur häppchenweise investiert, vermeidet man das Risiko, bei einem abrupten Absturz das ganze Pulver zu verschiessen. Bei tiefen Kursen erhält man fürs gleiche Geld mehr, bei hohen Kursen weniger Fondsanteile gutgeschrieben. Das ergibt langfristig einen günstigen Durchschnittspreis.

 

Der zweite Vorteil liegt im Konstrukt des Anlagefonds. Er enthält eine Vielzahl von Wertschriften, mit welchen das Risiko breit abgestützt wird. Stellt sich somit die Frage, welcher Fondssparplan ist vorzuziehen? Auf was ist zu achten? Folgende neun Fragen sind zu beantworten:

 

1. Was für ein Fondstyp ist zu favorisieren?

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Geldmarkt-, Obligationen- und Aktienfonds. Ferner gibt es gemischte Fonds, welche verschiedene Arten von Wertpapieren enthalten. Bei langfristigen Anlagen mit gestaffeltem Investieren versprechen die Aktienfonds bei einem gegebenen Risiko die höchsten Renditen. Doch was für ein Aktienfonds? Einmal rentieren japanische Aktien überdurchschnittlich, ein anderes Mal die amerikanischen Titel oder vielleicht Schweizer Valoren. Daher ist es am Besten, gleich in allen Märkten investiert zu sein - mit einem weltweiten Aktienfonds.

 

2. Welcher Fonds verspricht die höchste Rendite?

Man weiss nicht, welcher Fonds erfolgreich sein wird. Am besten orientiert man sich an vergangenen Renditen. Historische Erfolge sind zwar kein Garant für die Zukunft, aber ein Indiz. Testsieger: Swisscanto EF Green Invest.

 

3. Wie weit ist auch die Währung relevant?

Aufgepasst mit Fondssparplänen in Euro oder Dollar: Beim Kauf wird der Franken zum hohen Briefkurs in die Fremdwährung gewechselt und beim Verkauf zum tiefen Geldkurs zurückgewechselt. Das ist nur für die Banken interessant. Valiant und UBS führen Fondssparpläne mit einem reinen Aktienfonds nur in Euro oder in. Dollar. Wer in Franken rechnet, sollte auch in Franken investieren

 

4. Wie hoch ist die Ausgabekommission?

Bei jedem Kauf von Fondsanteilen wird eine Ausgabekommission verrechnet.Bei Aktienfonds beträgt sie häufig 2 Prozent. Bei den Raiffeisenbanken herrscht keine einheitliche Politik. Testsieger: Migros Bank, Valiant und Postfinance.

 

5. Wie verhält es sich mit der Depotgebühr?

Fürs Verwahren der Fondsanteile verlangen die Banken eine Depotgebühr. Sie wird in Prozent des Depotwertes berechnet. Die Migrosbank verlangt eine Pauschale von 30 Franken. CS und Postfinance verlangen keine Depotgebühr. Achtung: Gewisse Banken - etwa die UBS - verlangen neben der Depotgebühr noch eine Administrationsgebühr. Testsieger: CS und Postfinance.

 

6. Welche Kosten werden dem Fonds belastet?

Die «Total Expense Ratio» (TER) gibt die Verwaltungskosten wider, welche dem Fondsvermögen belastet werden. Die TER geht auf Kosten der Rendite. Testsieger: Postfinance.

 

7. Wie viele Franken sind mindestens zu überweisen?

Die Banken verlangen ein minimales Startkapital und dann minimale monatliche Beiträge. Bei Jugendlichen gelten häufig tiefere Limiten. Testverlierer: UBS.

 

8. Ist der Aktienfonds auch gross genug?

Anlagefonds mit einem Vermögen von unter 100 Millionen Franken sind zu meiden. Bei kleinen Volumen ist der Handlungsspielraum des Fondsmanagers eingeschränkt, und es besteht die Gefahr, dass der Fonds eingestellt wird. Testverlierer: Postfinance.

 

9. Kann man auch in Bruchteile investieren?

Man sollte auch in Bruchteile investieren können. Beispiel: Man überweist monatlich 300 Franken in den Sparplan, und der Fondsanteil kostet beim gegebenen Stichtag 200 Franken. Ergo kauft man 1,5 Anteile.

 

Fazit:

Welcher Fondssparplan macht das Rennen? Am günstigsten ist Postfinance. Doch tiefe Kosten bringen nichts, wenn die Performance nicht stimmt. Die beste Fünfjahresrendite erzielte im vorliegenden Vergleich der Ökofonds von Swisscanto, zu haben bei der BEKB. Nichts deutet darauf hin, dass Ökofonds in Zukunft schlechter abschneiden als der Markt insgesamt. Ferner braucht der Fondssparplan der BEKB den Konkkurrenzvergleich auch punkto Kosten nicht zu scheuen.

 

Erschienen in der BZ am 17. Februar 2009

Claude Chatelain