Chatelain rät: Wie kann ich die Familie absichern?

Ich bin mit 62 nochmals Vater geworden. Wegen der schlechten Bedingungen meiner Pensionskasse sollte ich meine Familie anderweitig absichern. Ich fürchte jedoch, in meinem Alter gibt es da nichts mehr zu machen. Oder wissen Sie Rat? H. H., Lauenen BE

Sie möchten wohl eine Todesfallrisiko-Versicherung abschliessen. Beim Tod erhielte dann Ihre Frau eine Versicherungssumme ausbezahlt. Sie irren sich, wenn Sie glauben, die Versicherungen würden Sie rundwegs ablehnen. Man kann sich sehr wohl auch im reiferen Alter gegen Tod versichern, wobei natürlich die Prämie entsprechend höher ist. Hinzu kommt noch der obligate Gesundheitscheck: Sollten Sie unter Diabetes leiden, übergewichtig sein und bereits mehrere Herzinfarkte hinter sich haben, dürfte es in der Tat schwierig werden. Doch bei den meisten Versicherern schlägt die Alters-Guillotine erst ab Alter 70 zu – bei der Basler sogar erst mit dem 80. Lebensjahr.

Das Höchstalter beim Abschluss ist das eine. Dann gibt es aber noch ein Höchstalter für den Versicherungsschutz an sich. Bei der Basler und der Axa Winterthur liegt dieses bei 85 Jahren. In Ihrem Fall dürfte jedoch das Höchstalter von 80 Jahren genügen.

Neben Todesfallrisiko-Versicherungen mit einer festen Vertragsdauer sind bei einigen wenigen Versicherern auch lebenslang laufende Lebensversicherungen zu haben. Es handelt sich um ein Relikt. Sie hiessen früher «Grabsteinversicherungen». Man wollte damit die Nachkommen von den Bestattungkosten verschonen. Heute werden diese Versicherungen zur Vorbeugung drohender Erbstreitigkeiten abgeschlossen. Etwa dann, wenn eine Immobilie vererbt wird, die sich nicht aufteilen lässt. Doch in Ihrem Fall ist eine solche lebenslang laufende Lebensversicherung nicht sinnvoll.

 

Erschienen im BLICK am 23. Januar 2008

Claude Chatelain