Chatelain rät: Würden Sie jetzt Novartis verkaufen?

Ich sitze im gleichen Boot wie A. C. in Ihrem Artikel vom 7. 11., hocke also auf Novartis-Aktien, die nicht vom Fleck kommen. Sie sagen, Sie schwören auf börsenkotierte Indexfonds (ETF). Würden Sie an meiner Stelle alle Novartis-Aktien verkaufen oder nur einen Teil davon? Und welchen ETF soll ich stattdessen kaufen? I. N., via E-Mail

Nach Lehrbuch sollten Sie alle Aktien verkaufen und mit dem Erlös börsenkotierte Indexfonds (ETF) kaufen. Sie werden nämlich kaum in der Lage sein, mit einem selber zusammengestellten Aktienportefeuille eine höhere Rendite zu erzielen als der Marktdurchschnitt. Und der Marktdurchschnitt misst sich an Börsenbarometern wie etwa dem SMI, dem S&P-500 oder dem Nikkei-225. Deshalb empfiehlt sich, Finanzinstrumente zu kaufen, die eben solche Börsenbarometer abbilden.

Am besten investieren Sie in unterschiedliche ETF, die sich an unterschiedlichen Börsen-Indices orientieren. Nicht fehlen sollte der «XMTCH on SMI», der in Aktien der 20 grössten Schweizer Unternehmen investiert. Auch Novartis ist in diesem Gefäss prominent vertreten. Je grösser das Unternehmen, desto stärker die Gewichtung im Index. Novartis beispielsweise hat im SMI ein Gewicht von 14,47 Prozent; Clariant ein solches von bloss 0,32 Prozent (siehe Tabelle rechts). Ein Anteil des «XMTCH on SMI» kostet derzeit um die 84 Franken. Mit dem Kauf eines solchen Anteils investieren Sie rund 12 Franken – eben 14,47 Prozent – in Novartis.

Wenn Sie der Meinung sind, Novartis werde eine höhere Rendite erzielen als der SMI insgesamt, so verkaufen Sie nur die Hälfte Ihrer Novartis-Aktien. Mit dem Erlös kaufen Sie Anteile des eben genannten ETF.

 

Erschienen im BLICK am 24. November 2011

Claude Chatelain