Chatelain rät: Säule 3a schon ab Alter 25? Eher nein!

Lohnt es sich eigentlich, mit dem Sparen 3a schon mit Alter 25 anzufangen? Könnte das Geld nicht gescheiter angelegt werden? R. S., Samedan GR

Ich sage es pointiert. Das Sparen 3a lohnt sich in jungen Jahren nur in zwei Fällen:

  • Das Geld wird vorzeitig wieder abgezogen, etwa für die Finanzierung des Eigenheims.
  • Das Geld wird in Anlagefonds investiert, wobei hier nicht sicher ist, ob die Rendite den Erwartungen entspricht. Bisher gemachte Erfahrungen lassen Zweifel aufkommen.

Wer aber mit Alter 25 Jahr für Jahr Geld aufs Konto 3a überweist, dieses auf dem Konto liegen lässt und 35 Jahre später auszahlen lässt, macht in der Regel ein schlechtes Geschäft. Die Steuerersparnis verpufft nämlich mit zunehmender Anlagedauer. Zur Erinnerung: Einzahlungen aufs Konto 3a können steuerlich abgesetzt werden. Für Angestellte mit einer Pensionskasse beträgt der maximale abzugsfähige Betrag derzeit 6365 Franken im Jahr.

 

Mein Kollege Fredy Gilgen hat in der «NZZ am Sonntag» eine Renditeschätzung vorgenommen. Er kam auf eine Durchschnittsrendite von lachhaften 2,03 Prozent, wenn man während 35 Jahren 6000 Franken aufs Konto 3a überweist. Je kürzer die Laufzeit, desto stärker fällt die anfängliche Steuerersparnis ins Gewicht. In zehn Jahren resultiert eine steuerbereinigte Jahresrendite von bereits 3,37 Prozent. Wird das Geld schon nach fünf Jahren abgezogen, beträgt die Rendite 5,27 Prozent.

 

Selbstverständlich hängt die Schätzung von verschiedenen Faktoren ab: Grenzsteuersatz, Kapitalauszahlungssteuer, Zinssatz auf dem Konto 3a. Doch der Zahlenvergleich macht deutlich, wie die anfänglich erzielte Steuerersparnis mit der Zeit verpufft.

 

Mit einem Fondssparplan wird über eine lange Anlagedauer mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit eine höhere Rendite erzielt. Mein Tipp: Bis Alter 40 jährlich 6000 Franken in einen gewöhnlichen Fondssparplan investieren. Ab Alter 40 dann das Konto 3a alimentieren. Es sei denn, man möchte sich einen Sparzwang auferlegen. Dann ist das Sparen 3a allemal gut. Das Ersparte kann ja nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen vorzeitig, also vor Alter 60, herausgelöst werden.

 

Erschienen im BLICK am 14. November 2007

Claude Chatelain