Bravo Unilabs: 25-Franken-Rechnung kam nach 3 1/2 Jahren

Börsenkotierte Firmen sind eigentlich dafür bekannt, den Profit maximieren zu wollen. Doch bei dieser scheint das nicht der Fall zu sein.

Das Schweizer Laborunternehmen Unilabs verschickte kürzlich eine zweite Mahnung an BLICK-Leserin Yvette Huber*. Die Mahnung bezieht sich auf eine Rechnung im Betrag von 25 Franken und 75 Rappen. Das Dumme ist nur: Die geschuldete Rechnung datiert vom 31. März 2004.

 

«Nach langem Überlegen weiss ich wirklich nicht mehr, ob dieses Labor von meinem Arzt benutzt werden musste», erklärt Yvette Huber gegenüber BLICK. Gerne würde sie wissen, wieso Unilabs erst nach über dreieinhalb Jahren Mahnungen verschickt.

 

Das wollte auch BLICK von der börsenkotierten Firma wissen, die über 50 Labors betreibt und 1500 Mitarbeiter beschäftigt. «Entspricht es der Geschäftspraxis von Unilabs, für die Eintreibung offener Rechnungen über drei Jahre zuzuwarten?» Doch die Anfrage per Mail an Urs Bamert, Leiter des Labors für medizinische Analytik und Pathologie in Bern, blieb unbeantwortet.

 

Tatsache ist aber, dass Forderungen für medizinische Leistungen erst nach fünf Jahren verjähren. So steht es im Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts. Yvette Huber wird also die Rechnung bezahlen und der Krankenkasse einschicken. Sie muss sich nur gut überlegen, bei welcher Kasse sie im Jahr 2004 versichert war.

 

Erschienen im BLICK am 29. Oktober 2007

Claude Chatelain