Chatelain rät: Billigkassen auch für Grenzgänger?

Für Grenzgänger sind Billigkassen nicht unbedingt billig.
Für Grenzgänger sind Billigkassen nicht unbedingt billig.

Sie haben im BLICK einen Bericht über Billigkassen veröffentlicht. Wir wohnen im Elsass und haben zurzeit die Atupri-Krankenkasse, die aber relativ teuer ist. Können Sie mir sagen, ob eine dieser Billigkassen auch Grenzgänger versichert und zu welchem Preis? M. W., via E-Mail.

Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich, Italien oder Frankreich können sich wahlweise im Wohnland oder in der Schweiz gegen Krankheit versichern lassen. Das gilt für Grenzgänger wie auch für ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörigen. Diese Regelung gründet auf dem Abkommen über den freien Personenverkehr.

 

Freilich ist die Wahlfreiheit eingeschränkt. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt nur jeder dritte Krankenversicherer Angebote für Personen, die in einem EU- oder Efta-Staat wohnen. Einige davon bieten die Krankenversicherung nur in einzelnen an die Schweiz angrenzenden Staaten an. Und die Prämie ist von Land zu Land verschieden. Die Krankenkasse muss also für jeden Wohnsitzstaat eine eigene Prämie berechnen, die auf den jeweiligen Kosten basiert. Da die Franzosen pro Versicherten mehr Kosten verursachen als die Österreicher, sind die Prämien für Franzosen auch höher als für Österreicher.

 

Sie sagen, Atupri sei relativ teuer. Gemäss der Prämienübersicht des Bundesamts für Gesundheit gehört Atupri für Grenzgänger aus Frankreich zu den günstigsten. Noch günstiger sind ÖKK Landquart und ÖKK Fribourg. Bei beiden beträgt die Monatsprämie für Erwachsene ohne Unfall 335 Franken. Dies bei einer Franchise von 300 Franken.

 

Für Grenzgänger sind also die Billigkassen nicht unbedingt billig. Denn die Billigkassen sind ja nur deshalb billig, weil ihre Versicherten geringere Krankheitskosten verursachen. Da aber für Leute im Ausland eine getrennte Kostenrechnung erstellt werden muss, können Sie als Grenzgänger von der günstigen Kostenstruktur einer Billigkasse nicht profitieren. Das BAG hat eine 65-seitige Prämienübersicht erstellt für Grenzgänger und andere Versicherte, welche in einem EU- oder Efta-Land wohnen. Man findet die Übersicht auch im Internet: www.praemien.ch.

 

Erschienen im BLICK am 24. Oktober 2007

Claude Chatelain