BLVK: 9 Prozent Rendite

Noch keine Entwarnung für Lehrer.
Noch keine Entwarnung für Lehrer.

Auch die Bernische Lehrerversicherungskasse profitiert vom Börsenrallye: Der Deckungsgrad stieg von 73 auf 79 Prozent.

Nicht auf 3,25, sondern «nur» auf 3,5 Prozent soll der technische Zins der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) gesenkt werden – gültig ab 2010. Dies hat die paritätisch zusammengesetzte Verwaltungskommission entschieden. Ursprünglich war aus versicherungsmathematischen Überlegungen eine Senkung auf 3,25 Prozent vorgesehen. Nun hat sich aber die BLVK aus «praktischen Gründen» auf 3,5 Prozent festgelegt, wie BLVK-Direktor Luzius Heil erklärt. Die Freizügigkeitsverordnung sieht nämlich für den technischen Zins einen Rahmen von 3,5 bis 4,5 Prozent vor. Würde nun für die Bilanzierung ein anderer technischer Zins verwendet als für die Berechnung der Austrittsleistungen, führte dies zu einem Durcheinander.

 

Vorsichtiger kalkuliert

 

Der technische Zins spiegelt die erwartende Rendite. Wird mit einem tieferen Satz kalkuliert, braucht es für die gleiche Rente ein höheres Kapital. Im Fall der BLVK bewirkt die Senkung des technischen Zinses von heute 4 auf künftig 3,5 Prozent eine Erhöhung des notwendigen Vorsorgekapitals um rund 350 Millionen Franken. Das heisst, dass damit der Deckungsgrad nach unten korrigiert werden muss – bei der BLVK um 4 Prozentpunkte. Das Beispiel zeigt, dass der Deckungsgrad nur die halbe Wahrheit verrät.

Mit der Senkung des technischen Zinses hinkt die BLVK der Entwicklung hinterher. Andere grössere Vorsorgeeinrichtungen haben diese Anpassung an die veränderten Verhältnisse schon längst vollzogen. Auch die Bernische Pensionskasse (BPK) plant eine Senkung von 4 auf 3,5 Prozent. Der endgültige Entscheid ist noch nicht gefasst.

 

Die Senkung des technischen Zinses kommt im richtigen Moment: Dank dem zurückliegenden Börsenrallye kann die BLVK per Ende Juli eine Rendite von 9 Prozent ausweisen. Damit erhöhte sich das Vorsorgevermögen allein als Folge von Kurserhöhungen um 391 Millionen Franken – und der Deckungsgrad stieg in sieben Monaten von 73,47 auf 78,8 Prozent.

 

Erschienen in der BZ am 22. August 2009

Claude Chatelain