Chatelain rät: Ich brauche dringend die Überschüsse

Frage: Wie viel hat sich die Versicherung von meinen 14 000 Franken unter den Nagel gerissen? Ich brauche dringend Geld. Nicht einmal die Überschüsse von 4200 Franken will die Versicherung lockermachen. Oder soll ich die Versicherung total auflösen? M. P., Luchsingen GL

Sie hatten 1988 bei der Basler eine Einmalprämienversicherung für 14 000 Franken abgeschlossen. Die Basler verpflichtete sich damals, Ihrer Frau 21 902 Franken auszuzahlen, sollten Sie vor 2010 sterben. Mindestens den gleichen Betrag zahlt Ihnen die Basler am 1. Dezember 2010, sofern Sie dann noch am Leben sind.

 

Neben dieser garantierten Leistung werden Ihnen bei Vertragsablauf Überschussanteile ausbezahlt. Diese sind nicht garantiert. Bisher hat Ihnen die Basler 6468 Franken an Überschüssen gutgeschrieben. Bis 2010 wird sich der Betrag erhöhen. Sie möchten sich nun einen Teil dieser Überschüsse auszahlen lassen.

 

Das geht leider nicht. Sie können keine Teilauszahlung veranlassen. Sie könnten aber die Versicherung auflösen. Davor rate ich ab. Einmalprämienpolicen haben steuerliche Vorzüge. Die Auszahlung des Kapitals ist unter gewissen Bedingungen steuerfrei. Eine dieser Bedingung lautet, dass das Kapital erst ab Alter 60 ausbezahlt wird. Mit Jahrgang 1948 und Wohnort im Kanton Glarus erfüllen Sie diese Bedingung noch nicht. Doch aufgepasst: Diese Bedingung gilt nur im Kanton Glarus. Bei den meisten anderen Kantonen und beim Bund ist die Auszahlung einer Versicherung mit Beginn 1988 steuerfrei - auch wenn die Auszahlung vor dem 60. Altersjahr erfolgt.

 

Zurück zu Ihrem Beispiel: Der Rückkaufswert beträgt 26 000 Franken. Sie zahlten aber damals 14 000 Franken. Wenn Sie sich die Versicherung schon heute auszahlen lassen, müssen Sie die Differenz von rund 12000 Franken als Einkommen versteuern. Dies ist nun wirklich nicht interessant. Ich empfehle Ihnen, den 60. Geburtstag abzuwarten.

 

Ferner fragen Sie mich, wie viel die Versicherung von den bezahlten 14 000 Franken unter den Nagel gerissen hat. Ich kann Ihnen nur sagen, dass bei Einmalprämienpolicen rund 85 Prozent der Prämie in den Spartopf fliessen. Der Rest wird für den Risikoschutz, für Administrationskosten und für die Verkaufsprovision verwendet.

 

Erschienen im BLICK am 25. Juli 2007

Claude Chatelain