Chatelain rät: Die Rendite bleibt mager - trotz Aktionen

Frage: Aus einer Erbschaft habe ich 120000 Franken erhalten. Mein Berater hat mir eine Einmalprämienversicherung empfohlen. Es laufe derzeit ein Sonderangebot, wonach mir die Stempelsteuer erlassen werde, meinte er. Soll ich zuschlagen? Ich bin 52 Jahre alt. J. K., via E-Mail

Antwort: Arbeitet Ihr Berater für Axa, Winterthur, Basler, Generali oder National? All diese Lebensversicherer erlassen nämlich auf Einmalprämienversicherungen die Stempelsteuer. Dies ist nichts Besonderes. Seit das margenträchtige Geschäft der Einmalprämien wegen der tiefen Zinsen harzt, gehört der Erlass der Stempel schon fast zur Tagesordnung.

 

Bei der Einmalprämienversicherung wird die Prämie - wie der Name sagt - auf einmal bezahlt. Dies im Unterschied zur Versicherung gegen periodische Prämien. Auf solchen Einmalprämienversicherungen ist seit 1998 dem Fiskus eine Stempelsteuer von 2,5 Prozent abzuliefern. In Ihrem Fall wären das stolze 3000 Franken. Das ist natürlich viel Geld und macht das Produkt noch unattraktiver als es aufgrund der tiefen Zinsen bereits schon ist.

 

Deshalb locken die Versicherer mit Stempelsteueraktionen, wobei solche «Sonderverkäufe» schon fast zur Regel gehören. Ich zitiere aus der News-Spalte des «info4insider» von Roth Gygax & Partner:

· «Die Axa übernimmt die Stempelsteuer auf Einmaleinlageprodukte ausser Leibrenten».

· «Die Winterthur verlängert die Stempelsteueraktion beim Tarif WinLife Variant».

· «Die Basler übernimmt die Stempelsteuer bei den fondsgebundenen Versicherungen mit Einmaleinlage».

· «Die Generali übernimmt die Stempelsteuer bei den fondsgebundenen Einmaleinlagen und erhöht das Kapital um weitere 2,5 Prozent».

· «Die National übernimmt die Stempelsteuer bei den klassisch gemischten Einmaleinlagen».

 

All das tönt ja verlockend. Doch massgebend ist nicht das Sonderangebot. Massgebend ist die Rendite. In den Offerten werden Renditen von gut 2 Prozent angegeben. Nur ist diese Rendite nicht garantiert. Die garantierte Rendite beträgt im besten Fall 1,4 Prozent - Stempelsteuer-Geschenk inklusive. Dass die Auszahlung steuerfrei erfolgt, ändert nichts an der erbärmlichen Performance.

 

Erschienen im BLICK am 30. Juni 2007

Claude Chatelain