Chatelain rät: Wie lege ich das Geld meines toten Mannes richtig an?

Frage: Ich bin 65 Jahre alt und seit vier Monaten Witwe. Mein Mann hatte sich das Pensionskassenkapital auszahlen lassen. Nun will ich das Geld vernünftig anlegen. Die Raiffeisenbank und Swiss Life haben mir Angebote unterbreitet. Doch Kollegen raten mir von einer Anlage bei der Versicherung ab. Dies sei zu teuer, da ich ein Todesfallkapital mitversichern müsse, das ich ja gar nicht brauche. A. H., Trimbach SO

Antwort: Ich nenne Ihnen vier Möglichkeiten:

 

· Einmalprämienversicherung: Nach Ablauf einer bestimmten Frist - mindestens fünf Jahre - erhalten Sie ein garantiertes Kapital ausbezahlt. Je nach Finanzerträgen gibts zusätzlich Überschüsse. Die Rendite dieser Anlage ist wegen der tiefen Zinsen, der Prämie für den nicht benötigten Todesfallschutz und der hohen Abschlusskosten nicht attraktiv - trotz steuerlicher Begünstigung.

 

· Rentenversicherung: Sie überweisen der Versicherung das Kapital und erhalten dafür lebenslänglich eine Rente ausbezahlt. Sie wissen im Voraus, wie hoch die Rente im Minimum ausfallen wird. Darüber hinaus gibt es ebenfalls Überschüsse. Diese Variante ist auch nicht rentabel, dafür komfortabel.

 

· Anlagefonds: Sie investieren das Geld in Anlagefonds, die Sie dann für den Lebensunterhalt laufend wieder verkaufen. Hier besteht das Risiko, dass Sie bei einem Kurssturz Verluste einfahren. Für einen solchen Fondsentnahmeplan benötigen Sie die Hilfe einer Fachperson. Wobei sich unsere Banken kaum brüsten können, vernünftige Entnahmepläne anzubieten.

 

· Sparkonto: Sie lassen das Geld auf dem Sparkonto und verzehren das Kapital nach und nach. Sie lassen sich ausrechnen, wie viel Sie monatlich verbrauchen können, damit das Kapital bis Alter 85 reicht. In diesem Alter braucht man zum Leben erfahrungsgemäss nicht mehr viel. Und wenn die AHV-Rente zum Leben nicht ausreicht, können Sie Ergänzungsleistungen beanspruchen.

 

Ich empfehle folgendes Vorgehen: Sie sollten ausrechnen, wie viele Franken Sie monatlich von diesem Kapital verzehren wollen. Nur beim Vorliegen eines solchen Budgets kann man abschätzen, welche der vier Varianten für Sie am sinnvollsten sind.

 

Erschienen im BLICK am 6. Juni 2007

Claude Chatelain