Help Point: Ist die Säule 3a nicht interessanter?

Versicherungsagenten beraten nicht immer uneigennützig.
Versicherungsagenten beraten nicht immer uneigennützig.

Frage: Sie hatten für einen Schreiner einen Pensionskassenvergleich publiziert (CASH vom 5. April 2007). Ich leite auch ein KMU, habe mich aber nicht an der Pensionskasse meiner Mitarbeiter angeschlossen. Ich habe meine Versicherung über die Säule 3a gemacht. Mein Versicherungsberater sagte, das sei interessanter. Stimmt das auch? W. S. in U.

Antwort: Die Säule 3a ist in der Tat interessanter als die 2. Säule - aber nur für den Versicherungsverkäufer. Als Selbstständiger sind Sie im Unterschied zu Ihren Mitarbeitern nicht verpflichtet, sich einer beruflichen Vorsorgestiftung anzuschliessen. Sie können die Versicherung im Rahmen der Säule 3a abschliessen. Doch in der 2. Säule profitieren Sie vom günstigeren Kollektivtarif. Die 2. Säule ist daher interessanter als die Säule 3a. Deshalb sind Selbstständigerwerbende gut beraten, sich bei einer beruflichen Vorsorgestiftung zu versichern. Das gilt erst recht, wenn Sie Kinder haben. Dann gibt es nämlich bei gleicher Prämie dank Kinderrenten einen höheren Versicherungsschutz.

 

Der Versicherungsvertreter wird dem entgegnen, dass Sie mit der 2. Säule weniger Gestaltungsmöglichkeiten haben als mit der Säule 3a. Da hat er recht. Dazu ein Beispiel: Die Höhe der IV-Rente ist in der 2. Säule vom versicherten Lohn abhängig. In der Säule 3a können Sie die Höhe der Rente frei bestimmen.

 

Trotzdem: Lassen Sie sich in der PK Ihrer Mitarbeiter mitversichern. Falls Sie eine höhere IV-Rente versichern möchten, können Sie immer noch zusätzlich eine 3a-Versicherung abschliessen. Allerdings mit dem Unterschied, dass Sie dann in der Säule 3a nicht mehr bis maximal 31 824 Franken, sondern nur noch 6365 Franken vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Dies ist nicht tragisch, da Sie ja Ihre Beiträge an die PK ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abziehen können.

 

Erschienen im CASH am 10. Mai 2007

Claude Chatelain