Chatelain rät: Verkaufen Sie jetzt Ihre Fondsanteile

Frage: Ich habe in der Säule 3a rund 80000 Franken angespart. In zwei Jahren bin ich 60 Jahre alt und könnte das Geld beziehen. Es ist im «UBS Vitainvest 50» investiert. Wäre es sinnvoll, die Fondsanteile in den weniger riskanten «Vitainvest 12» umzutauschen? S. W., Luzern

Antwort: Beim «UBS Vitainvest 50» beträgt der Aktienanteil 50 Prozent. Das ist das Maximum, das der Gesetzgeber für solche 3a-Fonds toleriert. Wenn Sie nun das Geld in zwei Jahren beziehen wollen, dann sind Sie in der Tat gut beraten, die Fondsanteile schleunigst zu verkaufen. Die Aktienkurse notieren auf Rekordniveau. Die Erfahrung zeigt, dass auf Hausse-Perioden immer wieder schwächere Börsenphasen folgen. Die Gefahr, dass der Wert des «Vitainvest 50» in zwei Jahren tiefer sein wird als heute, erachte ich als gross.

 

Sie erwägen, in den «Vitainvest 12» zu wechseln. Hier beträgt der Aktienanteil im Schnitt «bloss» 12 Prozent, dafür ist der Obligationenanteil umso höher. Sie müssen wissen, dass auch Obligationen schwanken, wenn auch nicht so krass wie Aktienkurse. Sollten die Zinsen steigen, sinken die Oblikurse. Auch der «Vitainvest 12» ist vor vorübergehenden Kursverlusten nicht gefeit.

 

Ich empfehle Ihnen, die Anteile des «Vitainvest 50» zu verkaufen und das Geld auf dem Konto 3a zu belassen. Die UBS verzinst zwar das 3a-Konto lediglich zu 1,5 Prozent. Dafür haben Sie Gewähr, in zwei Jahren mindestens den heutigen Wert plus einen Zins zu kriegen. Mit Anlagefonds haben Sie diese Gewissheit nicht - jedenfalls nicht über die Zeitperiode von bloss zwei Jahren.

 

Die Säule 3a

Einzahlungen in die Säule 3a können bis zu bestimmten Höchstbeträgen vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Dafür ist beim Bezug eine einmalige Kapitalauszahlungssteuer zu entrichten. Arbeitnehmer, die einer Pensionskasse angeschlossen sind, können derzeit pro Jahr 6365 Franken aufs Konto 3a überweisen und vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Das Geld kann - von Ausnahmen abgesehen - frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Alter bezogen werden.

 

Erschienen im BLICK am 28. April 2007

Claude Chatelain