Chatelain rät: Ich empfehle Sparplan mit Indexfonds

Frage: Sie haben eine interessante Übersicht über Fondssparpläne publiziert (BLICK vom 17. März 2007). Gibt es keine Sparpläne mit ETF? Sie sind doch ein grosser Fan davon?

I.V., Spiez BE

Fondssparpläne mit börsenkotierten Aktienfonds (ETF) gibt es nicht. Der Grund: ETF (Exchange Traded Funds) werden wie Aktien gehandelt. Hingegen Anlagefonds werden - von Ausnahmen abgesehen - nicht an der Börse gekauft, sondern bei der jeweiligen Bank. Das führt zu unterschiedlichen Gebühren:

  • ETF: Beim Kauf und Verkauf von ETF zahlen Sie für die Börsentransaktion eine Courtage. Leider wird bei einem geringen Handelsvolumen eine Minimalcourtage belastet. Sie zahlen also gleich hohe Gebühren, ob Sie für 200 oder für 2000 Franken ETF kaufen. Da man bei Fondssparplänen typischerweise regelmässig nur einige hundert Franken investiert, ist der Kauf von ETF viel zu teuer.
  • Aktienfonds: Beim Kauf von Aktienfonds wird Ihnen eine prozentuale Ausgabekommission verrechnet. Sie beträgt häufig 2 Prozent. Kaufen Sie für 200 Franken Anlagefonds, kostet Sie das 4 Franken. Es gibt keine Minimalgebühr.

Das Dilemma: Ich empfehle ETF, da sie im Schnitt besser rentieren als herkömmliche Aktienfonds. Und ich empfehle Fondssparpläne, da es klug ist, jeden Monat ein paar hundert Franken in einen Fonds zu investieren. Leider passt beides nicht zusammen.

 

Der Ausweg heisst Indexfonds, ein Mittelding zwischen ETF und Aktienfonds. Wie der ETF bilden sie eins zu eins einen Index ab. Im Unterschied zum ETF wird der klassische Indexfonds nicht an der Börse gehandelt, sondern von Banken herausgegeben.

 

Die Einschränkung: Die Schweizer Banken führen kaum Indexfonds im Sortiment. Die UBS führt nur gerade einen einzigen: den bekannten «UBS 100 Index-Fund Switzerland». Die CS führt vier Indexfonds, keiner davon ist in Schweizer Franken. Das beste Angebot für Fondssparpläne mit Indexfonds führen die Kantonalbanken. Sie haben sechs Indexfonds, zwei davon in Schweizer Franken: den «Swisscanto SMI Index Fund» und den «Swisscanto SPI Index Fund». Ich empfehle den zweiten: Er ist breiter gestreut.

 

Erschienen im BLICK am 4. April 2007

Claude Chatelain