Chatelain rät: «Gummeli» und «Plättli» sind cool

Frage: Sie bezeichneten in einem früheren Artikel die Zahnversicherung von Helsana als Mumpitz. Erachten Sie auch bei Kindern die Zahnversicherungen für überflüssig? R.H. via E-Mail

Antwort: Man muss unterscheiden zwischen Zahnbehandlungen und Zahnstellungskorrekturen. Meistens braucht es dazu zwei verschiedene Versicherungen. Jedes dritte Kind hat einen «Gartenhag» im Mund. Schräge Zähne sind nicht mehr geduldet. Und während wir wegen unserer Zahnspangen noch gehänselt wurden, gelten heute die farbenfrohen «Gummeli» und «Plättli» als cool.

 

Die Eltern hingegen finden es weniger cool, wenn sie die Rechnung bezahlen müssen. Die Kosten für kieferorthopäische Eingriffe können sich über mehrere Jahre auf bis zu 10 000 Franken summieren. Da wird man froh sein, frühzeitig eine entsprechende Versicherung abgeschlossen zu haben. Allerdings wird in diesem Fall die gewöhnliche Zahnversicherung nicht viel nützen. Sie zahlt in den meisten Fälle nur Kostenbeiträge für Kariesbehandlungen, Amalgamfüllungen oder Dentalhygiene. Dies nur bis zu einem beschränkten Betrag. Bei der von Ihnen angesprochenen Versicherung von Helsana beträgt die Leistungsgrenze 300 Franken pro Jahr. Das ist bei den obengenannten Kosten nicht gerade berauschend.

Wer Zahnspangen versichern will, tut dies vorzugsweise mit der gewöhnlichen Krankenpflege-Zusatzversicherung. Diese Versicherung deckt die unterschiedlichsten Leistungen für Alternativmedizin, Badekuren, Brillen, Psychotherapie oder eben Zahnstellungskorrekturen. Angesichts des umfassenden Leistungskatalogs ist die Prämie moderat. Aufgepasst: Nicht alle Anbieter versichern Zahnstellungskorrekturen via Krankenpflege-Zusatzversicherung. Gewisse Kassen, etwa die KPT, führen spezielle Zahnversicherungen für Kinder. Das macht das Produkt relativ teuer.

 

Achten Sie auf die Einschränkungen: Wie hoch ist die Leistungsgrenze? Wie hoch die Kostenbeteiligung? Die jährliche Leistungsgrenze sollte nicht unter 3000 Franken liegen, und die Kostenbeteiligung sollte mindestens 75 Prozent betragen. Die besten Angebote für Zahnstellungskorrekturen führen Concordia, Helsana und Visana.

 

Erschienen im BLICK am 28. März 2007

Claude Chatelain