Help Point: Das Geld darf nicht mehr nach Frankreich

Frage: Ich bin 45 Jahre alt und werde nach Frankreich auswandern. Obschon immer wieder zu lesen ist, dass man am besten fahre, wenn man vorgängig das Pensionskassenguthaben ins Steuerparadies Schwyz transferiere, sagt mir nun der Personalchef, dies sei in meinem Fall nicht statthaft, weil ich Staatsangestellter sei. Ist Ihnen so etwas bekannt? F. V. IN E.

Der Personalchef hat recht: Es ist nicht statthaft, Freizügigkeitsleistungen eines öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers auf ein Freizügigkeitskonto einer privatrechtlichen Stiftung zu überweisen, um kurze Zeit später das Kapital ins Ausland auszahlen zu lassen. Das steht im Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer. Der Trick mit Schwyz funktioniert also nur für Leute, die bei einem privatrechtlichen Arbeitgeber angestellt sind. Aber auch hier gibt es bald Einschränkungen: Wer nach dem 1. Juli 2007 in ein EU-Land auswandert, kann sich den obligatorischen Teil des PK-Guthabens nur bar auszahlen lassen, wenn er in der neuen Heimat keiner obligatorischen Sozialversicherung untersteht. Falls Sie also in Frankreich einer Arbeit nachgehen, sind Sie bei den landesüblichen Sozialwerken versichert. Ihr PK-Geld kann daher erst fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter bezogen werden. Dies gilt nur für den obligatorischen Teil.

 

Den überobligatorischen Teil können Sie sich weiterhin bar auszahlen lassen. Hier lohnt es sich, das Geld auf ein Freizügigkeitskonto im Kanton Schwyz zu überweisen. Der Grund: Beziehen Sie das Geld, solange Sie noch in der Schweiz steuerpflichtig sind, zahlen Sie eine Kapitalauszahlungssteuer. Beziehen Sie das Geld, nachdem Sie sich in der Schweiz abgemeldet haben, wird Ihnen auf dem ausbezahlten Betrag eine Quellensteuer in Abzug gebracht. Die Höhe der Quellensteuer ist nirgends so tief wie im Kanton Schwyz.

 

Erschienen im CASH am 15. März 2007

Claude Chatelain