Help Point: Lohnt sich eine Police in Euro?

Frage: Ich habe gelesen, man könne bei Schweizer Lebensversicherungen auch Sparversicherungen in Euro abschliessen. Die seien rentabler als Lebensversicherungen in Schweizer Franken und daher zu empfehlen. Ist das wirklich so? Und wann lohnen sich Euro-Policen? B. L. in E.

Antwort: Wir sind eher skeptisch, was Euro-Versicherungen angeht (siehe CASH vom 1. Februar 2007). Sie sind höchstens in bestimmten Fällen empfehlenswert. Nämlich dann, wenn man später in einem EU-Land leben will, sei das als Auswanderer oder als Rückkehrer.

Das höhere Angebot an Euro-Policen kommt wohl daher, dass in den letzten Jahren viele Deutsche in die Schweiz gekommen sind. Vor allem Leibrenten- und Sparversicherungen werden heute hierzulande vermehrt auch in Euro angeboten.

 

Währungsverluste fressen den Zinsvorteil rasch weg

 

Wenn Sie aber den Lebensabend in der Schweiz verbringen, rate ich von einer Rentenversicherung in Euro ab. Zwar ist bei den Euro-Produkten der garantierte Zins meist höher als bei Leibrenten in Schweizer Franken. Aber was haben Sie davon, wenn der Euro wieder schwächer werden sollte? Genau das gleiche Phänomen kennen wir bei den Obligationen: Euro-Oblis haben höhere Zinsen als vergleichbare Frankenpapiere. Trotzdem sind sie nur bedingt zu empfehlen. Der Zinsvorteil wird häufig durch Währungsverluste zunichte gemacht. Das Gleiche könnte Ihnen mit Versicherungen in Euro passieren. Mit den Sparversicherungen, bei denen man mit 60 Jahren das angesparte Kapital ausbezahlt erhält, ist es nicht anders. Auch hier könnte der Währungsverlust den Zinsvorteil vernichten. Beziehen Sie aber Ihre Leistungen (Kapital oder Rente) im Ausland, wird Sie der Währungsverlust nicht tangieren.

 

Erschienen im CASH am 8. März 2007

Claude Chatelain