Chatelain rät: Mach den Knirps zum Aktionär

Frage: Sie warnen im BLICK vor strukturierten Produkten. Ich stehe jetzt gerade vor der Frage, ob ich ein solches Produkt zeichnen soll. Kapitalschutz 100 Prozent, Laufzeit sieben Jahre. Ich würde das für meine fünf- und sechsjährigen Kinder tun, statt das Geld auf dem Sparheft zu lassen. C. S., via E-Mail

Antwort: Ich würde den Sparbatzen der Kinder auch nicht auf dem Sparkonto lassen. Noch weniger würde ich aber mit diesem Geld ein strukturiertes Produkt kaufen. Auf dem gewöhnlichen Sparkonto haben Sie auch einen Kapitalschutz. Und die Rendite wird auch bei strukturierten Produkten wegen der hohen Absicherungs- und Verwaltungskosten nicht überdurchschnittlich ausfallen.

 

Für Kinder gibt es meines Erachtens nichts Besseres als das Fondskonto. Kinder sind fürs Fondssparen geradezu prädestiniert. Ich nenne Ihnen vier Gründe:

  1. Das Spargeld der Kinder bleibt lange Jahre liegen. Beste Voraussetzung fürs Aktiensparen.
  2. Das Vermögen wird nicht auf einen Schlag, sondern in Schritten angelegt. Zweitbeste Voraussetzung fürs Aktiensparen. Damit wird das Risiko eliminiert, kurz vor einer grösseren Korrektur das ganze Geld verpulvert zu haben.

Sollte es an der Börse scherbeln, wird das die Kinder nicht berühren. Sie merken gar nichts davon. Und damit laufen sie auch keine Gefahr, die Aktien im dümmsten Moment zu verkaufen - nämlich wenn sie auf dem Tiefstpunkt angelangt sind.

4. Mit einem Fondssparplan dürften langfristig deutlich höhere Renditen erzielt werden als mit dem Jugendsparkonto.

 

Nun möchten Sie natürlich wissen, bei welcher Bank Sie welchen Fonds auswählen sollten. Am einfachsten wählen Sie einen weltweiten Aktienfonds. Also einen Anlagefonds, der in amerikanische, japanische und europäische Unternehmen investiert. Weltaktienfonds versprechen bei einem gegebenen Risiko die höchsten Renditen.

 

Und noch ein Tipp: Investieren Sie das Geld der beiden Kinder in den gleichen Fondssparplan. Sie ersparen sich damit nervige Diskussionen mit Pubertierenden, sollte der eine Fonds besser abschneiden als der andere.

 

Erschienen im BLICK am 17. Februar 2007

Claude Chatelain