Chatelain rät: Was halten Sie von Generali

Frage: Ich übermittle Ihnen die Unterlagen zu meiner Police der Generali. Könnten Sie mir sagen, ob ich gut versichert bin oder was ich noch verbessern könnte? B.B., via E-Mail

Vorsorgelösungen ab Stange sind schlecht. Eine gute Vorsorgeberatung ist immer massgeschneidert, denn die familiären, finanziellen und persönlichen Verhältnisse sind von Mensch zu Mensch verschieden. Und gerade auf diese Faktoren kommt es an: Dem Vater einer kinderreichen Familie sind andere Versicherungen zu empfehlen als der alleinstehenden Frau. Der Rentner hat ein anderes Sparbedürfnis als der 20-jährige Mann. Und die alleinerziehende Mutter braucht einen anderen Versicherungsschutz als das kinderlose Paar. Ich weiss zu wenig über Ihre Person, um Ihnen auch nur einen halbwegs schlauen Ratschlag zu erteilen. Doch folgendes müssen Sie wissen: Sie haben mit der Generali vier verschiedene Leistungen in einem einzigen Vertrag geregelt:

  • eine Todesfallversicherung,
  • eine Rente gegen Erwerbsunfähigkeit,
  • eine Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit
  • einen Fondssparplan.

Der Vertrag läuft schon seit fünf Jahren und bis ins Jahr 2024. Da sich die finanziellen Verhältnisse und die Lebensumstände im Verlauf der Jahre ändern, rate ich davon ab, 23-jährige Versicherungsverträge abzuschliessen. Gut möglich, dass es in Ihrer heutigen Lebenssituation sinnvoll ist, das Risiko Tod zu versichern. Es ist aber ebenso gut möglich, dass dieser Schutz in ein paar Jahren überflüssig sein wird. Dies könnte etwa dann der Fall sein, wenn die Kinder ausgeflogen sind, und die Ehefrau voll erwerbstätig ist. Auf solche Veränderungen nehmen langfristige Versicherungsverträge keine Rücksicht.

 

 

Ich warne davor, Versicherungspakete mit mehreren Leistungen schnüren zu lassen, auch wenn das für die Versicherungsgesellschaft und deren Verkäufer praktisch ist. Bei Kombi-Produkten ist nicht ersichtlich, wie viel Sie für die einzelnen Leistungen bezahlen. Aus diesem Grund kann man die einzelnen Leistungen auch keinem Konkurrenzvergleich unterziehen. Doch die Versicherer haben natürlich alles Interesse an einer solchen «Blackbox»: Sie können damit höhere Margen erwirtschaften.

 

Erschienen im BLICK am 10. Februar 2007

Claude Chatelain