Help Point: Ist die Bank Coop eine richtige Bank?

Frage: Ich habe gelesen, dass die Bank Coop keine richtige Bank ist, sondern bloss eine Betriebskasse. Sie sei weder dem Bankengesetz noch der Kontrolle der Bankenkommission unterstellt. Da ich bei der Bank Coop ein Vorsorgekonto 3a eröffnen möchte, frage ich mich nun, wie es um die Sicherheit einer allfälligen Einzahlung bestellt ist. U.T. in U.

 

Die Sachlage ist tatsächlich verwirrlich. Denn es gibt sowohl eine Bank Coop wie auch eine Betriebskasse der Coop. Beide haben miteinander nichts oder höchstens ganz wenig zu tun.

 

Die Bank Coop ist entgegen Ihrer Vermutung eine richtige Bank, die dem Bankengesetz unterstellt ist und von der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) kontrolliert wird. Die Bank Coop hat die Vereinbarung über den Anlegerschutz der Bankiervereinigung unterzeichnet. Damit würden bei einer Pleite die anderen Mitgliederinstitute einspringen und die Kleinsparer bis zu einem Betrag von 30 000 Franken pro Person sofort entschädigen, ohne das langwierige Konkursverfahren abzuwarten. Gleichzeitig profitieren die Kunden der Bank Coop von einer gesetzlich privilegierten Behandlung bei einem allfälligen Konkurs. Dies ebenfalls bis zu einem Betrag von 30 000 Franken pro Person. Die Bank Coop gehört seit dem Jahr 2000 übrigens mehrheitlich der Basellandschaftlichen Kantonalbank. Coop besitzt nur noch eine Minderheitsbeteiligung.

 

Dann gibt es ebenfalls eine Betriebskasse, die der Coop-Gruppe gehört. Dabei handelt sich effektiv nicht um eine Bank, obschon sie wie ein Finanzinstitut gewisse Bankgeschäfte anbietet. Bei der Betriebskasse können Sie zum Beispiel zu Vorzugskonditionen Sparkonti eröffnen und Kassenobligationen zeichnen. Allerdings geniessen Sie keinen privilegierten Schutz. Es haftet allein die Coop-Gruppe.

 

Erschienen im CASH am 1. Februar 2007

 

 

 

 

Claude Chatelain