Help Point: Lohnt sich das 3a-Sparen überhaupt?

Frage: Das Sparen 3a regt mich inzwischen massiv auf. Ich stecke dort jährlich über 6000 Franken rein und verteile die Einzahlungen ganz schön brav auf mehrere Konti - bloss: Das Kapital nimmt kaum zu. Ich frage mich langsam, ob sich das 3a-Sparen wirklich lohnt. Wäre ich mit einem ETF auf irgendeinen Index nicht viel besser bedient? R.S. in Z.

Das eine tun, das andere nicht lassen. Das Interessante am Sparen 3a ist nicht die Rendite, sondern die Steuerersparnis. Mit jeder Einzahlung von 6000 Franken sparen Sie je nach Steuerprogression zwischen 1000 und 2000 Franken. Bei einem Grenzsteuersatz von 33 Prozent sparen Sie mit jeder Einzahlung von 6000 Franken genau 2000 Franken an Steuern. Ein Grenzsteuersatz von 33 Prozent bedeutet, dass von jedem zusätzlichen Franken, den Sie verdienen, 33 Rappen an den Fiskus gehen. Dazu folgende Rechnung: Wenn Sie 10 mal 6000 Franken einzahlen, werden Sie insgesamt 60'000 Franken aufs Konto 3a einbezahlt und zusätzlich insgesamt 20'000 Franken an Einkommenssteuern eingespart haben. Sie kommen damit in zehn Jahren auf ein Kapital von 80'000 Franken. Wenn Sie mit zehn jährlichen Einlagen von 6000 Franken ein Zielkapital von 80' 000 Franken erwirtschaften wollen, müssten Sie eine jährliche Rendite von immerhin rund 5,2 Prozent erzielen.

Zugegeben: Beim Bezug des Kapitals müssen Sie eine einmalige Kapitalauszahlungssteuer bezahlen. Dafür haben wir beim vorliegenden Beispiel den Zins- und Zinseszinseffekt nicht berücksichtigt. Die steuerlichen Unterschiede sind von Kanton zu Kanton sehr hoch, sodass wir hier die Steuer nicht mitberechnen können. In vielen Fällen werden sich jedoch der Zinseszinseffekt und die Kapitalauszahlungssteuer in etwa ausgleichen.

Statt jährlich 6000 Franken auf das Konto 3a einzuzahlen und 2000 Franken Steuern zu sparen, könnten Sie natürlich die 6000 Franken auch in börsenkotierte Indexfonds (ETF) investieren. Möglicherweise werden Sie insgesamt eine höhere Rendite erzielen als mit dem 3a-Sparen, vor allem über eine Laufzeit von mehreren Jahrzehnten. Doch das 3a-Sparen sollten Sie als Teil Ihrer Portfolio-Strategie betrachten. Danach soll man ja nicht alle Eier ins gleiche Nest legen. Das 3a-Sparen ist der konservative Teil der Anlage, die börsenkotierten Indexfonds sind der aggressivere. So gesehen wäre es gar nicht falsch, man würde das 3a-Kapital in reine Obligationenfonds statt in den Vorsorgefonds mit dem höchsten Aktienanteil investieren. Anders gesagt: Obligationen, deren Erträge als Einkommen zu versteuern sind, gehören in die steuerbefreite Säule 3a. Aktien, bei welchen die Kursgewinne steuerfrei sind, gehören in die freie Vorsorge.

 

Erschienen im CASH am 11. Januar 2007

Claude Chatelain