Chatelain rät: Wie wäre es mit einem Diamanten?

Was nichts kostet, ist nichts wert.
Was nichts kostet, ist nichts wert.

Gesucht: Ein Weihnachtsgeschenk, das nicht nur Freude bereitet, sondern auch eine Wertsteigerung verspricht. Ein Diamant erfüllt diese Forderung. Allerdings auch nur unter strikten und kostspieligen Voraussetzungen.

Die Preise für Diamanten sind in den vergangenen 3 Jahren um 30 Prozent gestiegen. Wird die Preissteigerung anhalten? Es scheint so. Die Nachfrage aus Indien und China nimmt wei- ter zu, während sich das Angebot verknappt, schreibt die Wirtschaftszeitung «Cash». Doch wer mit Diamanten reich werden will, muss bereits reich sein. Beachten Sie Folgendes:

  • Kein Diamant gleicht dem anderen: Für Diamanten gibt es kein standardisiertes Produkt, wie es beim Gold die Feinunze ist.
  • Was nichts kostet, ist nichts wert: Diamanten in Körnchenform gibt es bereits ab hundert Franken. Wer aber auf eine Wertsteigerung hofft, ist mit billigem Material falsch beraten.
  • Big is Beautiful: Nur mit grösseren Steinen sind Wertsteigerungen zu erwarten. Zwei bis drei Karat sollten es mindestens sein. Unter 20000 Franken geht da nichts.
  • Das Gewicht sagt nur die halbe Wahrheit: Ein grosser Stein mit schlechter Qualität kann billiger sein als ein kleiner Stein mit ausgezeichneter Qualität. Neben Carat (Gewicht) sind noch weitere drei «C» massgebend: Clarity (Reinheit), Colour (Farbe) und Cut (Schliff).
  • Kein Stein ohne Expertise: Laien können die Weissabstufungen oder die Reinheit eines Steins nicht beurteilen. Anerkannte Expertise-Institute sind das GIA in den USA, das HRD in Antwerpen oder das Gemlab in Luzern.
  • In Papierform statt physisch: Wer den Direktkauf scheut, kauft Aktien von Firmen, die mit Diamanten Geld verdienen: Anglo American (Valor: 964823), Kimberley Diamond (586794), Rio Tinto (402589), Tahera Diamond (2568739) BHP Billiton (675391), Aber Diamond (1119647).


Ist all das zu teuer? Also ziehe man sich «Blood Diamond» mit Leonardo DiCaprio rein. Der Film handelt vom schmutzigen Geschäft mit Diamanten, mit denen der Bürgerkrieg in Sierra Leone finanziert wurde. Diese «Blut- diamanten» gelangten in den Handel. Sie machen leider immer noch rund 0,2 Prozent des Welthandels aus. Demnächst in Ihrem Theater.

Erschienen im BLICK am 20. Dezember 2006

Claude Chatelain