Meinung: Versicherer, Gebt die Vorsorge auf!

Es ist den Lebensversicherern zu verdanken, dass der Umwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge schneller und stärker gesenkt werden soll. Diese Unternehmen machen sich ständig für tiefere Leistungen stark. Zwar kämpfen sie mit gutem Recht für ihre Anliegen. Ärgerlich ist aber, dass die gesamte Vorsorgebranche nach ihrer Pfeife tanzen soll.

Denn: In der beruflichen Vorsorge ist nur ein Drittel der Arbeitskräfte bei Lebensversicherern versichert, der Rest bei betriebseigenen Pensionskassen oder autonomen Sammelstiftungen. Diese beiden Einrichtungen haben andere Anliegen und unterstehen erst noch anderen Gesetzen.

Das Beste wäre, die Versicherer würden sich auf ihr Kerngeschäft besinnen und die Kunden nur gegen Tod und Invalidität versichern. Dieses Geschäft verstehen sie. Von Finanzanlagen haben sie aber weniger Ahnung. Der Aktienanteil im Anlagevermögen der Versicherer sagt alles: Er liegt unter 10 Prozent. Kein Wunder, bringen es die Versicherer nur auf tiefe Renditen und pochen sie auf schlechtere Leistungen für die Versicherten.

 

Erschienen im CASH am 30. November 2006

Claude Chatelain