Pensionskasse: Achten Sie auf diese sechs Punkte

Der Bundesrat will die Pensionskassenrenten noch stärker und noch schneller kürzen. Damit wird die Schere zwischen guten und schlechten Vorsorgeeinrichtungen noch grösser. Deshalb sollte man vor dem Stellenwechsel die Leistungen der neuen Pensionskasse erst recht unter die Lupe nehmen. Auf diese sechs Punkte kommt es an.

Beim Anstellungsgespräch sollte man nicht nur über Lohn, Ferien und Spesenentschädigung sprechen. Man sollte vor allem auch die Leistungen der Pensionskasse begutachten.

1. Der Versicherungsausweis

Verlangen Sie vor dem Vertragsabschluss einen Versicherungsausweis. Er enthält die wichtigsten Informationen, wie etwa die Höhe der IV- und Hinterlassenenrenten. Vergleichen Sie diesen mit dem Ausweis des früheren Arbeitgebers.
Gut ist, wenn der Versicherungsausweis so daherkommt, dass man ihn auch versteht.

2. Art der Vorsorgestiftung

Führt die Firma eine eigene, autonome Pensionskasse? Ist der Arbeitgeber bei einer Sammelstiftung oder Lebensversicherung angeschlossen? Bei den Versicherern weiss man nie so genau, ob die auf den Finanzmärkten erzielten Überschüsse korrekt weitergegeben werden.

Gut ist, wenn man über den Arbeitnehmervertreter im Stiftungsrat Einfluss nehmen kann.

3. Versicherter Lohn

Je höher der versicherte Lohn, desto besser. Zwar bedeutet ein hoher versicherter Lohn auch höhere Lohnabzüge. Doch gleichzeitig werden auch die Arbeitgeberbeiträge höher ausfallen.

Gut ist, wenn der versicherte Lohn über dem gesetzlichen Maximallohn von 54825 Franken zu liegen kommt.

4. Die Leistungen

Die Höhe der Altersrente ist nur eine Schätzung. Sie wird bis zur Pensionierung mehrmals angepasst. Wichtiger sind die Versicherungsleistungen: die Hinterlassenen- und IV-Renten. Die berufliche Vorsorge ist - entgegen einer weit verbreiteten Meinung - nicht nur eine Versicherung für später, sie ist auch eine Versicherung für heute. Sie versichert die Risiken Erwerbsunfähigkeit und Tod. Die Höhe der IV-Rente ist daher eine der wichtigsten Kennziffern, um die Qualität der Kasse zu beurteilen. Familienväter interessieren sich vorab für die Höhe der Ehegatten- und Kinderrenten. Nicht verheiratete Partner sollten prüfen, ob auch Konkubinatspartner versichert sind.
Gut ist, wenn IV- , Ehegatten- und Kinderrenten genügend hoch sind, damit keine zusätzlichen Versicherungen mehr nötig sind.

5. Die Risikobeiträge

Von den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen wird nicht der volle Betrag angespart. Ein Teil davon wird für die Prämie der IV- und Hinterlassenenversicherung abgezwackt.

Gut ist, wenn die Risikobeiträge im Vergleich zu den Sparbeiträgen nicht so sehr ins Gewicht fallen.

6. Der Arbeitgeberbeitrag

Laut Gesetz muss der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Beiträge beisteuern. Liegt nun der Arbeitgeber- über dem Arbeitnehmerbeitrag, so ist das ein Geschenk -  und erst noch eines, das nicht versteuert werden muss.

Sehr gut ist, wenn der Arbeitgeber höhere Beiträge zahlt als der Arbeitnehmer.

Erschienen im BLICK am 25. November 2006

Claude Chatelain