Die Beiträge gehen nicht verloren

Sie hatten kürzlich einem Leser empfohlen, nach seiner Entlassung bei der bisherigen Pensionskasse versichert zu bleiben und künftig die Arbeitnehmer- wie die Arbeitgeberbeiträge selber zu berappen. Was ist aber, wenn der Mann wieder eine Stelle findet? Wird er dann nicht die Arbeitgeberbeiträge, die er selber einbezahlt hat, verlieren? M. E. in W.

Es kommt häufig vor, dass ein Arbeitnehmer beim Stellenwechsel in eine Pensionskasse mit schlechteren Leistungen wechselt. Auch in solchen Fällen sind die vermeintlich «zu viel» einbezahlten Beiträge nicht verloren. Sie werden ganz einfach auf ein Freizügigkeitskonto überwiesen und bei der Pensionierung als Kapital ausbezahlt. Anders gesagt: Beim Antritt einer neuen Stelle wird nur die maximale Einkaufssumme in die neue Vorsorgeeinrichtung überwiesen. Sollte das vorhandene Freizügigkeitsguthaben die maximale Einkaufssumme übersteigen, bleibt der Betrag, der die Einkaufssumme übersteigt, auf dem Freizügigkeitskonto.

Der Mann, den Sie ansprechen, konnte nach seiner Entlassung bei der Pensionskasse seines Arbeitgebers versichert bleiben. Allerdings muss er die Arbeitgeberbeiträge selber bezahlen. So gesehen zahlt der Mann überdurchschnittlich hohe Beiträge. Insgesamt sind aber die Beiträge nicht höher, als wenn er den Job nicht verloren hätte.

Geht ein Entlassener stempeln, muss er eine Einkommenseinbusse hinnehmen. Denn das Arbeitslosentaggeld ist tiefer als der letzte Lohn. Und wenn man dann trotz Einkommenseinbussen zu den Arbeitnehmerbeiträgen auch noch die Arbeitgeberbeiträge bezahlen muss, ist das natürlich happig. Das kann sich nur leisten, wer vermögend ist oder anderweitig ein Einkommen generiert.

Aus steuerlicher Sicht gibt es immerhin einen kleinen Trost: Nicht nur die Arbeitnehmer-, auch die Arbeitgeberbeiträge können vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden.

 

Erschienen im CASH am 16. November 2006

Claude Chatelain