Chatelain rät: 18'000 Franken erhalten - wie anlegen?

Frage: Meine Frau und ich haben eine Schenkung in der Höhe von 180000 Franken bekommen. Nun überlegen wir uns, wie wir das Geld am sinnvollsten anlegen können. Was können Sie uns empfehlen? S.B., via E-Mail

Zuerst möchte ich Ihnen drei Grundsätze ans Herz legen:

1. Legen Sie nicht den ganzen Haufen auf einmal an, wie Ihnen das die Bank empfehlen würde. Investieren Sie gestaffelt, zum Beispiel jeden Monat 3000 Franken über fünf Jahre verteilt.

2. Kaufen Sie nicht einzelne Aktien, sondern Aktienfonds. Das gezielte Herauspflücken bestimmter Aktien ist nicht erfolgversprechend. 3. Kaufen Sie nicht den Aktienfonds Ihrer Hausbank, sondern börsenkotierte Indexfonds. Solche Exchange Traded Funds (ETF) bilden einen bestimmten Börsenindex eins zu eins ab. ETF sind günstiger als herkömmliche Aktienfonds und im Schnitt erst noch rentabler.

Wenn Sie diese drei Tipps befolgen, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

1. Sie setzen allein auf den Indexfonds, der den Weltaktienindex spiegelt. Ich denke an den «Ishares MSCI World» (Valor: 2 308 773).

2. Sie nehmen die Aufteilung selber vor und investieren in unterschiedliche Indexfonds diverser Länder. Folgende Länder und Ländergruppen dürften nicht fehlen: USA, Europa, Osteuropa, Schweizer Bluechips, Schweizer Nebenwerte, Japan, Asien ex Japan, aufstrebende Länder (Emerging Markets).

 

In eigener Sache

Liebe Ursula

Sie haben mir eine Frage gestellt zu Ihrer Steuerrechnung. Sie möchten wissen, wie Sie vorgehen sollten. Ich würde Ihnen gerne einen Ratschlag erteilen. Allerdings müsste ich doch noch eine Bedingung stellen. Ich müsste nämlich Ihre Adresse kennen. Mit dem Poststempel von Kriens und Ihrem Schlusssatz «Vielen Dank zum Voraus, Ursula» komme ich nicht weiter. Ich sage das hier an so prominenter Stelle, weil Sie nicht die Einzige sind, die mir eine Frage stellt, ohne den Absender bekannt zu geben. Jede Frage wird beantwortet. Doch nicht jede Frage kann im BLICK beantwortet werden.

 

Erschienen im BLICK am 15. November 2006

Claude Chatelain