Help Point: Gibt es eine Rente bei Verpfändung?

Zum besseren Verständnis: Für die Finanzierung von Wohneigentum kann man auf die Pensionskasse zurückgreifen. Per Vorbezug oder per Verpfändung. Beim Vorbezug wird das Geld der Kasse entnommen. Dadurch reduziert sich das Freizügigkeitsguthaben. So besteht je nach Pensionskassenreglement die Gefahr, dass nicht nur die Altersrenten, sondern auch die IV- und Hinterlassenenrenten kleiner ausfallen. Unter Umständen wird ein zusätzlicher Versicherungsschutz nötig.

Bei der Verpfändung bleibt das Geld in der Pensionskasse. Die Verpfändung dient der Bank als zusätzliche Sicherheit. Sollten Sie nicht mehr in der Lage sein, Ihren Verpflichtungen gegenüber der Bank nachzukommen, könnte die Bank aufs Pensionskassenguthaben zurückgreifen. Bei diesem Vorgehen bleiben IV- und Hinterlassenenrenten unverändert. In Ihrem Fall stellt sich die Frage, was genau verpfändet wurde: War es das damalige Freizügigkeitsguthaben oder die gesamte Vorsorgeleistung? Wenn Sie damals nur die Freizügigkeitsleistung verpfändet haben, verfällt das Pfandobjekt, sobald Sie pensioniert werden. Sie könnten also ganz normal die Rente beziehen. Wenn Sie hingegen nicht bloss die Freizügigkeitsleistung, sondern Ihre Vorsorgeleistung verpfändet haben, sieht alles anders aus: Die Pensionskasse müsste in diesem Fall zuerst bei der Bank abklären, wie weit diese die Verpfändung aufrechterhalten will. Beharrt die Bank weiterhin auf dem Pfandrecht, darf Ihnen die Pensionskasse auf dem verpfändeten Betrag keine Rente auszahlen. Sie muss das Geld zurückbehalten, bis die Bank den entsprechenden Eintrag im Grundbuch löscht.

 

Erschienen in der BZ am 26. Oktober 2006

Claude Chatelain