Swissquote schlägt Yellowtrade 4 zu 2

Welches Online-Institut hat für Börsengeschäfte die tiefsten Spesen für Kauf, Verkauf und Verwahrung von Wertschriften? Was würden Sie mir empfehlen? Ich tätige gelegentliche Käufe von Wertpapieren im E-Banking der Raiffeisenbank, möchte jedoch wechseln.
R.K., Bellinzona

Die billigste Online-Bank ist Yellowtrade; die günstigste ist Swissquote. Machen wir doch den Vergleich Punkt für Punkt.

Courtage: Der Einfachheit halber beschränken wir uns auf den Handel von Schweizer Aktien. Eine Transaktion zwischen 5000 und 10 000 Franken kostet bei beiden 35 Franken. Den gleichen Betrag zahlen Sie bei Swissquote für Transaktionen zwischen 2000 und 5000 Franken, während Yellowtrade dafür nur 25 Franken verlangt. 1:0 für Yellowtrade.

Depotgebühr: Yellowtrade verlangt (noch) keine Depotgebühr. Bei Swissquote kostet die Verwahrung von Wertschriften 0,1 Prozent des Depotwertes. Yellowtrade erhöht auf 2:0.

Wechselkurse: Die Marge - Differenz zwischen Geld- und Briefkurs - ist bei Yellowtrade unverhältnismässig gross. Wie gross genau, sehen Sie erst auf der Abrechnung. Yellowtrade publiziert zwar unter «Währungen» sehr vorteilhafte Kurse. Leider werden diese nicht angewandt. Bei Swissquote sind die Kurse für den Kunden nicht nur günstiger; sie sind im Unterschied zu Yellowtrade auch transparent. Zwei Punkte für Swissquote. Es steht 2:2.

Anlagefonds: Bei Swissquote können Sie bis zu 1000 Anlagefonds online handeln. Hingegen sind bei Yellowtrade Anlagefonds kein Thema. Ausgewählte Anlagefonds kann man nur über die Plattform von Yellownet kaufen. Für Aktienfonds beträgt die Ausgabekommission 2 Prozent. Swissquote ist nicht halb so teuer. Swissquote geht in Führung: 3:2.

Kundenfreundlichkeit: Vergleichen Sie den Internetauftritt. Suchen Sie auf beiden Plattformen aktuelle Kursübersichten. Und suchen Sie die Gebühren. Bei Swissquote werden auch wenig geübte Internet-Benutzer schnell fündig. Yellowtrade hält sich an die Devise: Wer sucht, der findet. Swissquote gewinnt 4:2.

Gewiss, ich habe jetzt nicht nur die Kosten verglichen. Ich habe auch gewisse Leistungen betrachtet. Deshalb ist die billigste nicht auch die günstigste.

 

Erschienen im BLICK am 25. Oktober 2006

Claude Chatelain