Chatelain rät: Die Renditen der 3a-Fonds sind lausig

Die Migrosbank bietet drei Vorsorgefonds 3a an. Was halten Sie davon? Ich bin 45 Jahre alt, könnte also langfristig anlegen. H. B., via E-Mail

Über die Vorsorgefonds der Migrosbank kann ich nichts sagen. Sie sind erst kürzlich aufgelegt worden. Sie verfügen daher über keinen Erfolgsausweis. Doch grundsätzlich ist das Wertschriftensparen 3a zu befürworten. Zur Erinnerung: Statt das Guthaben auf dem schlecht verzinsten Konto 3a zu belassen, kann man mit diesem Geld Anlagefonds kaufen. Allerdings nicht irgendwelche Fonds, sondern ganz spezielle, die eigens für die Vorsorge konzipiert sind und besonderen gesetzlichen Vorschriften unterliegen. Eine dieser Vorschriften besagt, dass der Aktienanteil maximal 50 Prozent betragen darf. Da Sie das Geld mindestens 15 Jahre investiert halten, rate ich Ihnen zum Fonds mit dem höchsten Aktienanteil.

Allerdings dürfen Sie auch mit diesem Wertschriftensparen nicht zu hohe Renditen erwarten. Ich muss einräumen, dass mich der Erfolgsausweis der diversen Vorsorgefonds enttäuscht. Das «CASH special» vom 5. Oktober publizierte die Durchschnittsrenditen der vergangenen fünf Jahre, was dann auch die «NZZ am Sonntag» dazu veranlasste, das Thema aufzugreifen. Der beste Vorsorgefonds, der «Swisscanto BVG Profil 3», bringt es gerade mal auf eine Jahresrendite von 3,5 Prozent. Nur drei der 17 verglichenen Anlagefonds erzielten eine Rendite von über 3 Prozent.. Das ist nun wirklich nicht berauschend, wenn man bedenkt, wie die Aktienkurse seit 2002 markant in die Höhe geschossen sind. Für dieses lausige Abschneiden gibt es eine Erklärung: die Kosten. Beim Kauf solcher Anlagefonds ist zwar keine Ausgabegebühr zu bezahlen. Doch dem Fondsvermögen werden alle Jahre überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten belastet.

 

Erschienen im BLICK am 21. Oktober 2006

Claude Chatelain