Help Point: 3,5 Prozent Zins - und das erst noch steuerfrei

Frage: Vor zwölf Jahren habe ich eine 3a-Police bei der «Winterthur» abgeschlossen. Inzwischen bin ich weiser geworden und weiss, dass gemischte Lösungen nicht zu empfehlen sind. Den maximalen Betrag passe ich seit Jahren nicht mehr an. Daneben führe ich ein 3a-Konto. Dort kann ich aber nur beschränkt einzahlen, da ich am andern Ort gebunden bin. Was raten Sie? a. W. in B.

Antwort: Die Lösung, die Sie gewählt haben, ist eine von drei Möglichkeiten. Da Sie als Arbeitnehmer einer Pensionskasse angeschlossen sind, können Sie jährlich bis zu 6192 Franken in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen abziehen. Vor zwölf Jahren, als Sie die 3a-Versicherung abgeschlossen hatten, lag dieser Maximalbetrag noch darunter. Sie hätten nun die Möglichkeit, den Betrag nach oben bis zu den besagten 6192 Franken anzupassen. Sie verzichten darauf. Stattdessen zahlen Sie den Differenzbetrag auf ein Konto 3a.

 

Sie haben aber noch andere Möglichkeiten: Sie können die Prämie freistellen. Das heisst, Sie sistieren die Versicherung und zahlen von nun an keine Prämien mehr. Somit wird der Rückkaufswert Ihrer Police zum technischen Zins angespart. Und zwar zu jenem Zins, der beim Abschluss der Versicherung gültig war. Vor zwölf Jahren lag er bei 3,5 Prozent. Wer heute eine analoge Versicherung abschliesst, muss sich mit einem technischen Zins von 2 Prozent begnügen.

 

Sie haben auch die Möglichkeit, den Rückkaufswert aufs Bankkonto 3a zu transferieren. So gesehen ist es nicht ganz richtig, wenn Sie sagen, Sie könnten aufs Konto 3a nur beschränkt einzahlen, weil Sie am andern Ort gebunden seien. Sie sind insofern gebunden, als Ihnen das Kapital nicht ausbezahlt werden darf. Hingegen steht Ihnen nichts im Weg, den Rückkaufswert auf ein anderes Vorsorgekonto zu übertragen. Die entsprechende Verordnung sagt es so: «Eine vorzeitige Ausrichtung der Altersleistungen ist zulässig (...), wenn der Vorsorgenehmer die ausgerichtete Leistung für den Einkauf in eine steuerbefreite Vorsorgeeinrichtung oder für eine andere anerkannte Vorsorgeform verwendet.» Das Konto 3a ist eine solche Vorsorgeeinrichtung.

 

Was ist besser? Die Prämie freistellen oder den Rückkaufswert aufs Konto 3a überweisen lassen? Der Transfer auf die Bank ist nur sinnvoll, wenn Sie mit dem Geld Wertschriftenfonds kaufen, wie das im Rahmen des steuerbegünstigten Sparens 3a möglich ist. In diesem Fall müssten Sie aber mit diesen Fonds eine jährliche Rendite von über 3,5 Prozent erzielen.

Uninteressant wäre es, das Geld auf dem Konto 3a zu belassen, da diese Konti deutlich weniger als 3 Prozent Zins abwerfen. Wenn Sie hingegen die Prämie freistellen und das Geld bei der Versicherung lassen, wird es in Ihrem Fall zu 3,5 Prozent verzinst. Das ist attraktiv.

 

Erschienen im CASH am 28. September 2006

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Claude Chatelain