Help Point: Wasserschaden - wer zahlt?

Nach einem starken Unwetter wurden Keller und die danebenliegenden Zimmer überflutet. Nun weiss ich nicht, welche Versicherung den Schaden zahlt. Die Gebäudeversicherung sagt, dies sei Sache der Gebäudewasserversicherung. Diese wiederum sagt, der Schaden werde von der Hausratversicherung bezahlt. Was stimmt jetzt? C.C. in B.

Bei einem durch ein Unwetter verursachten Wasserschaden können drei verschiedene Versicherungen zum Zuge kommen - je nachdem, woher das Wasser kam und welche Gegenstände beschädigt wurden.

Ist das Wasser durchs Fenster geronnen, nachdem es im Garten nicht abfliessen konnte, handelt es sich um einen Elementarschaden. Dafür ist die Feuer- und Elementarschadenversicherung zuständig, oft auch als Gebäudeversicherung bezeichnet. Diese Versicherung ist obligatorisch, ausser im Wallis, in Genf und im Tessin.

 

Ist das Wasser durch die Kanalisation ins Haus gelangt, handelt es sich auch nicht um einen Elementarschaden. In diesem Fall zahlt die Gebäudewasserversicherung. Diese Versicherung ist freiwillig, Eigenheimbesitzern aber zu empfehlen. Sie zahlt Wasserschäden, die durch Rückstau, Leitungsbrüche oder das Überlaufen der Badewanne entstanden sind.

 

Die Feuer- und Elementarversicherung wie auch die Gebäudewasserversicherung decken nur die Schäden am Gebäude. Müssen die Wände neu getäfert oder die Spannteppiche ersetzt werden, zahlt keine der beiden Versicherungen.

 

Drittens dürfte auch die Hausratversicherung zum Zug kommen. Sie deckt die Schäden an den beweglichen Sachen, die durchs Wasser kaputtgegangen sind. Also die Möbel und alles, was in den Möbeln oder sonstwo herumgelegen ist.

 

Keine Regel ohne Ausnahme: Die Tiefkühltruhe ist beweglich, aber trotzdem meistens Sache der Gebäudewasserversicherung.

 

Erschienen im CASH am 14. September 2006

Claude Chatelain