Chatelain rät: Gold kaufen - aber wie?

Es gibt viele Möglichkeiten, um in Gold zu investieren. Der Goldesel gehört nicht dazu.
Es gibt viele Möglichkeiten, um in Gold zu investieren. Der Goldesel gehört nicht dazu.

FRAGE: Ich möchte einen Teil meines Vermögens in Gold anlegen. Was empfehlen Sie: Goldbarren, Goldmünzen oder Goldfonds? P. B., via E-Mail

Alle Goldanlagen haben Vor- und Nachteile:

Goldfonds: Es sind dies Anlagefonds, welche in Aktien von Goldminen investieren. Je höher der Goldpreis, desto höher die Gewinne der Goldminen und dementsprechend höher der Kurs der betreffenden Aktien.
Nachteil: Der Aktienkurs ist nicht nur vom Goldpreis abhängig. Auch Management(fehl)entscheide wirken sich aus.

Goldmünzen: Die Kurantmünzen - Vreneli, Maple Leaf, Napoleon - entwickeln sich wie der Goldpreis. Daneben gibt es numismatische Münzen, die einen Sammlerwert haben.
Nachteil: Hohe Verkaufsmargen der Banken: Beim «Krügerrand ein Zehntel Unze» muss der Preis um über 40 Prozent steigen, ehe der Einstandspreis erreicht ist.

Goldbarren: Statt Münzen kann man Goldbarren kaufen - von Eingramm-Stückchen bis zu Kilobarren. Die Verkaufsmargen sind geringer als bei den Kurantmünzen.
Nachteil: Goldbarren kann man nicht auf dem Depot gutschreiben lassen. Man muss das Gold physisch beziehen und deshalb einen Tresor mieten. Lohnt sich nur bei hohen Wertsachen.

Goldzertifikate: Beim Anlagefonds entscheidet der Fondsmanager, welche Aktien zu kaufen sind. Ein Zertifikat orientiert sich hingegen am Unzenpreis.
Nachteil: Werden von Banken nur geübten Anlegern empfohlen. Anlageberater von Kleinkunden wissen darüber wenig Bescheid.

Quanto-Zertifikate: Häufig entwickelt sich der Goldkurs in umgekehrter Richtung zum Dollar. Für Frankenanleger sind daher Goldanlagen häufig ein Nullsummenspiel. Beim Quanto-Zertifikat wird der Wechselkurs abgesichert.
Nachteil: Ist nur interessant bei fallendem Dollarkurs. Wenn Gold- und Dollarkurs steigen, wie in den vergangenen Monaten, rentieren Quanto-Zertifikate nicht.

ETF: «Exchange Traded Funds» sind Anlagefonds, die wie Aktien gehandelt werden. Sie bilden den Unzenpreis ab. Zu empfehlen ist der ETF IAU (Ishares Comex Gold Trust).
Nachteil: Werden wie Aktien gehandelt. Lohnen sich wegen der hohen Mindestgebühr nur ab Beträgen von mehreren tausend Franken.

 

Erschienen im BLICK am 21. Dezember 2005

Claude Chatelain