Help Point: Kann ich die Lücke der Pensionskasse mit 3a-Geldern stopfen?

Frage:Zusammen mit meiner Frau verfüge ich über fünf Konti der Säule 3a. Nun habe ich in meiner Pensionskasse noch eine beträchtliche Einkaufslücke. Mit zusätzlichen Einkäufen könnte ich den Risikoschutz gegen Invalidität verbessern. Ist es zulässig, einen Teil des Vermögens der Konti 3a in meine Pensionskasse zu transferieren? Schliesslich käme ich auf diesem Wege erst noch in den Genuss einer höheren Verzinsung. M. Z. in Zürich


Die Antwort auf Ihre Frage steht in Artikel 3 der «Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen» (BVV 3). Danach ist der vorzeitige Bezug zulässig, «wenn die ausgerichtete Leistung für den Einkauf in eine steuerbefreite Vorsorgeeinrichtung oder für eine andere anerkannte Vorsorgeform verwendet wird». Der Transfer vom Konto 3a in die Vorsorgestiftung Ihres Arbeitgebers ist aber nur möglich, wenn in der Pensionskasse noch Einkaufslücken bestehen, wie das bei Ihnen der Fall zu sein scheint. Eine zweite Bedingung ist, dass das Pensionskassenreglement solche Einkäufe überhaupt zulässt. Es geht nämlich häufig vergessen, dass die Vorsorgeeinrichtung laut Gesetz nur beim Eintritt verpflichtet ist, dem Versicherten zu ermöglichen, sich bis zu den vollen reglementarischen Leistungen einzukaufen. Wer sich später noch einkaufen will, kann sich nicht auf das Gesetz berufen. In der Praxis haben jedoch die Stiftungsräte die Einkaufsmöglichkeiten in den Reglementen ausgedehnt. In den meisten Vorsorgeeinrichtungen kann man sich daher nicht nur beim Eintritt, sondern in der Regel bis kurz vor der Pensionierung einkaufen.

Nun gibt es aber noch ein Problem: Wie Sie mir am Telefon sagten, lauten zwei dieser fünf 3a-Konti auf den Namen Ihrer Frau. Das Guthaben dieser zwei Konti können Sie nicht auf Ihre Pensionskasse übertragen. Auch dies steht im Gesetz, wenn auch etwas unverständlich formuliert. Artikel 4, Absatz 3 der «Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen» (BVV3) besagt: «Ansprüche auf Altersleistungen können dem Ehegatten ganz oder teilweise vom Vorsorgenehmer abgetreten oder vom Gericht zugesprochen werden, wenn der Güterstand anders als der Tod aufgelöst wird». Auf Deutsch: Eine Übertragung von 3a-Guthaben der Ehefrau in die Vorsorgestiftung des Ehemannes ist normalerweise nicht möglich.

Sie sagten mir, dies sei überhaupt nicht logisch. Ihre Frau habe ihr 3a-Guthaben nicht in die Ehe mitgebracht. Es handle sich güterrechtlich um eine Errungenschaftsbeteiligung. Das Geld gehöre beiden. Im Fall einer Scheidung würde das Guthaben geteilt. Schliesslich profitiere Ihre Frau auch davon, wenn Ihre Pensionskasse aufgestockt werde. Sie könnte später ebenfalls von der höheren Rente profitieren. Und sollte Ihnen etwas zustossen, käme sie in den Genuss einer höheren Witwenrente. Zu all dem kann ich nur sagen: Sie haben völlig Recht. Das ist nicht logisch. Es gibt aber nur wenige Leute, die das behaupten. Insbesondere in der beruflichen Vorsorge sind unlogische Bestimmungen nicht selten.


Erschienen im CASH am 23. Juni 2005

Claude Chatelain