Help Point: Was geschieht mit dem Eigenheim-Vorbezug?

Frage: Ich habe meine Eigentumswohnung teilweise mit Geldern meiner Pensionskasse finanziert. Müssen meine Erben diesen Vorbezug zurückbezahlen, sollte ich das Pensionsalter nicht erreichen? Auf Grund des Vorsorgereglements kann nur ich Vorsorgeleistungen beziehen. Die Partnerin hat keine Ansprüche aus meiner PK. Ich habe keine gesetzlichen Erben. Im Testament ist meine Konkubinatspartnerin eingesetzt.
B.K. in R.

Die Antwort auf Ihre Frage ist so einfach wie für Sie wahrscheinlich unbefriedigend: Ja, die Erben müssen den Vorbezug zurückbezahlen. Da gibt es kein Wenn und Aber. Falls Ihre Partnerin bei Ihrem Ableben die Eigentumswohnung erbt, müsste sie den für die Finanzierung vorbezogenen Betrag der Pensionskasse zurückgeben.


Wenn dem nicht so wäre, so würde sie ja von der Pensionskasse begünstigt, obschon das Pensionskassenreglement - wie Sie selber sagen - die Konkubinatsrente ausdrücklich nicht vorsieht. Zur Erinnerung: Die Konkubinatsrente ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Pensionskassen können allerdings solche Renten freiwillig als so genannte überobligatorische Leistung reglementieren.

Nun werden Sie mir womöglich sagen, Ihre Partnerin wäre finanziell nicht in der Lage, der Pensionskasse den vorbezogenen Betrag zurückzuzahlen. Darauf würde ich Ihnen erwidern: Das ist nicht das Problem der Pensionskasse. Ihre Partnerin müsste somit notfalls die Wohnung verkaufen, um die Schuld begleichen zu können. Das wäre höchst unbefriedigend.

 

Was ist somit zu tun? Laut dem Lehrbuch könnten Sie eine reine Todesfallversicherung im Betrag der vorbezogenen Summe versichern. Noch besser ist allerdings, Sie versichern einen leicht höheren Betrag, weil ja die ausbezahlte Todesfallsumme zu versteuern ist.

Die Hypothek aufzustocken ist wohl die beste Lösung

Sollten Sie allerdings die Möglichkeit haben, die Hypothekarschulden aufzustocken und dafür das Geld der Pensionskasse zurückzuzahlen, so wäre das wohl das bessere Vorgehen.

 

Sie werden in diesem Fall zwar eine höhere Zinsbelastung zu verkraften haben. Ich schätze aber, dass diese Zinsbelastung nach den Steuern tiefer ausfallen wird als die Prämie, welche Sie für die Todesfallversicherung bezahlen müssten.

 

Erschienen im CASH am 4. Mai 2005

Claude Chatelain