Chatelain rät: Schenken Sie einen Panda statt ein Vreneli

Münzen für einen guten Zweck
Münzen für einen guten Zweck

An Spielsachen fehlt es meinem Grosskind nicht. Ich wollte ihm daher ein Goldvreneli schenken. Nun sagt meine Tochter, Goldstückli schenke man heute nicht mehr. Ich solle das Geld lieber auf ein Fondskonto überweisen. Ich finde das zu unpersönlich und möchte etwas Handfestes unter den Christbaum legen. Sind Goldvrenelis wirklich passé? S.W., Stans

Ich verstehe Ihr Dilemma: Ein Fondskonto kann man nur schlecht unter den Weihnachtsbaum legen. Und doch sind Anlagefonds aus Sparüberlegungen dem Goldvreneli vorzuziehen.

Aber ist das 20-Franken-Vreneli wirklich «out»? Ich bin mir dessen nicht so sicher. Beat Kummer, der in der Berner Kantonalbank den «Münzen und Raritätenshop» führt, bestätigt mir, dass das Vreneli immer noch häufig geschenkt werde. Aber ich gebe zu, es ist vielleicht nicht das originellste Geschenk. Beat Kummer empfiehlt daher eine chinesische Panda-Münze. Es gibt solche in den verschiedensten Variationen und Grössen. Sie kosten zwischen 75 und 600 Franken. Die 600-fränkige Münze wiegt eine Unze.

 

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten «Bambusbären» prägt China seit 1982 Panda-Münzen. Jährlich erscheinen neu gestaltete Prägungen, die den Kleinbären mal beim Bambusknabbern, mal beim Spielen zeigen. Die Prägung erfolgt in limitierter Auflage. Man darf daher annehmen, dass der Wert dieser Münzen mit der Zeit steigen wird. Sie haben einen Sammlerwert. Dies im Unterschied zum Vreneli, Krügerrand, Maple Leaf oder American Eagle. Der Preis all dieser sogenannten kuranten Münzen wird allein durch den Goldpreis bestimmt.

Kurz: Panda-Münzen sind origineller, haben einen Sammlerwert, leisten einen Beitrag zum Schutz eines Tieres und dürften den Geschmack Ihres Grosskindes erst noch besser treffen als das in die Jahre gekommene Vreneli.

 

Erschienen im BLICK am 18. Dezember 2004

Claude Chatelain