Chatelain rät: Soll ich die Festhypothek anbinden?

Frage: Meine Festhypothek läuft im Dezember 2005 ab. Mir graut beim Gedanken, dass ich dann für eine fünfjährige Festhypothek wieder über 4 Prozent bezahlen muss, während ich heute eine solche zu 3,2 Prozent abschliessen könnte. Würde es sich denn allenfalls lohnen, aus der bestehenden Festhypothek auszusteigen und diese durch eine neue zu ersetzen? Wäre das überhaupt möglich? A.S. via E-Mail.

Möglich ja, aber nicht ratsam. Der vorzeitige Ausstieg aus einer Festhypothek ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Er kann dort Sinn machen, wo die Ausstiegskosten vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. In gewissen Kantonen ist dies der Fall.

 

Für Sie bietet sich jedoch eine bessere Lösung an: die Forward-Hypothek. Forward heisst vorwärts. Sie schliessen heute eine Hypothek ab, gültig ab Dezember 2005. Selbstverständlich bekommen Sie diese nicht zum heutigen Zinssatz von rund 3,2 Prozent. Sie beträgt 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte. Demnach sollten Sie heute eine fünfjährige Festhypothek zu rund 3,5 Prozent, gültig ab Dezember 2005, abschliessen können.

 

Was halten Sie davon, nur die Hälfte der Hypothekarschuld abzusichern? Sie könnten dann in einem Jahr entscheiden, mit was für einer Hypothek Sie die andere Hälfte abdecken wollen. Vielleicht wird das Zinsniveau in zwölf Monaten noch weiter absinken. Dann könnten Sie neben der fünfjährigen zum Beispiel noch eine siebenjährige abschliessen. Vielleicht werden die Geldmarktsätze so tief sein wie heute, so dass Sie mit einer Libor-Hypothek mit variablen Zinssätzen gut fahren werden. So oder so: Es ist ratsam, das Eigenheim mit unterschiedlichen Hypothekarformen unterschiedlicher Laufzeiten zu finanzieren. Es ist wie beim Wertschriftenportefeuille: Auch dieses besteht aus verschiedenen Wertpapieren unterschiedlichster Risikokategorien.

 

Erschienen im BLICK am 27. November 2004

Claude Chatelain