Chatelain rät: Wann lohnt sich ein Transfer nach Schwyz?

Das Bundesbriefmuseum in Schwyz.
Das Bundesbriefmuseum in Schwyz.

Frage: Jetzt komme ich überhaupt nicht mehr draus. Sie hatten doch mal geschrieben, man solle aus steuerlichen Gründen das Pensionskassenkapital vor dem Bezug auf eine Vorsorgeeinrichtung im Kanton Schwyz überweisen. Und nun lese ich von Ihnen, ein solcher Transfer bringe nur Umtriebe. Man müsste sonst gleichzeitig auch den Wohnort wechseln. Was stimmt jetzt? A.H. via E-Mail

Antwort: Beides. Ich bin froh um Ihre Frage. Das mit dem Kanton Schwyz wird nämlich regelmässig verwechselt. Wann also lohnt es sich, das Pensionskassenguthaben auf eine Vorsorgestiftung im Kanton Schwyz zu überweisen? Die Antwort: bei einer Auswanderung.

Die Erklärung: Wenn Sie im Ausland Wohnsitz nehmen, sind Sie in der Schweiz nicht mehr steuerpflichtig. Sie werden hierzulande keine Steuererklärung mehr ausfüllen. Daher können Sie beim Bezug des Pensionskassenkapitals auch nicht zur Kasse gebeten werden. Da aber der Fiskus - und das sind wir alle - nicht leer ausgehen möchte, wird die Auszahlung bei der Quelle besteuert, so dass man sinnigerweise auch von Quellensteuer spricht. Das heisst, nicht der Empfänger zahlt die Kapitalauszahlungssteuer, nachdem er das Kapital erhalten hat. Die Steuer wird vielmehr von der Vorsorgeeinrichtung - eben der Quelle - entrichtet. Sie wird den entsprechenden Betrag vom auszuzahlenden Kapital abziehen.

Die Höhe dieser Quellensteuer ist von Kanton zu Kanton verschieden. Am tiefsten ist sie derzeit im Kanton Schwyz. Deshalb lohnt es sich für Auslandschweizer, das Pensionskassenguthaben auf eine Vorsorgestiftung im Kanton Schwyz zu überweisen. Dabei genügt es nicht, dass die Bank im Kanton Schwyz liegt. Massgebend ist, dass die entsprechende Vorsorgeeinrichtung ihren Sitz im Kanton Schwyz hat. Eine solche heisst PFS Pension Fund Services AG. Eine andere ist die Freizügigkeitsstiftung PensFree in Schwyz (www.pensfree.ch).

Wer in der Schweiz bleibt, wird für den Bezug des Pensionskassenkapitals am Wohnort besteuert, und zwar separat zum übrigen Einkommen. Die Höhe dieser Kapitalauszahlungssteuer variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Je höher das Kapital, desto höher der Steuersatz.

Selbstverständlich könnte man auch hier Steuern sparen. Doch im Unterschied zu Auslandschweizern bringt es für Steuerpflichtige in der Schweiz nichts, das Guthaben auf eine Vorsorgestiftung im Kanton Schwyz zu überweisen. Man müsste zur Steuerersparnis selbst in einen steuergünstigen Kanton umsiedeln. Ob sich Aufwand und Umtriebe lohnen, bezweifle ich.

 

Erschienen im BLICK am 5. Juli 2003

Claude Chatelain