Chatelain rät: Der Finanzdienstleister AWD ist nicht gratis

Frage: Kürzlich war ein Mann vom Finanzdienstleister AWD bei mir zu Hause. Er erzählte, was die Firma so alles mache - und versprach, dass er uns keine Rechnung stellen werde. AWD arbeite mit Banken und Versicherungen zusammen. Die würden sich untereinander finanzieren. Wie immer tönte alles sehr gut. p. g. via e-mail

Antwort:  Wenn der AWD-Mann einen Abend lang über Finanzen referiert, und Sie keinen Abschluss tätigen, wird er in den Laptop eintippen: «Ausser Spesen nichts gewesen.»

Sparen ist grundsätzlich immer gut. Also werden Makler auch immer mit gutem Gewissen einen Fondssparplan verkaufen. Also überlegen Sie es sich zweimal, ob Sie die von AWD gemachten Vorschläge auch umsetzen wollen. Dies gilt vor allem für langfristige Versicherungs- und Sparverträge. Damit verpflichten Sie sich, auf Jahre hinaus einen festen Betrag zu überweisen. Merke: Was heute Sinn macht, ist vielleicht schon morgen eine grosse Last.

 

Der AWD wird tatsächlich keine Rechnung stellen. Aber es wäre ein grosser Irrtum zu glauben, die Verkäufer des AWD seien aus karitativen Gründen unterwegs. Ihre Dienstleistung ist nicht gratis. Von Ihren Prämien oder Spareinlagen wird ganz einfach ein bestimmter Betrag für den AWD und deren Verkäufer abgezwackt.

 

Dagegen ist nichts einzuwenden, solange alles klar und transparent ist. Dennoch warne ich davor, einen Fondssparplan mit einer festen Plansumme abzuschliessen, bei welchem die Abschlusskosten gleich zu Beginn verrechnet werden. Sollten Sie nämlich die Zahlungen während der Vertragsdauer einstellen, wird das Ganze sehr teuer für Sie.

 

Erschienen im BLICK am 16. April 2003

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Claude Chatelain