Chatelain rät: Hypothek? Machen Sie aus einer zwei

FRAGE: Ende Monat läuft meine Festhypothek aus. Ich bezahlte während fünf Jahren einen Zins von 4,5 Prozent. Nun offeriert mir die Bank 3,625 für eine variable Hypothek. Festhypotheken zwischen zwei und sieben Jahren kosten zwischen 2,5 und 3,755 Prozent. Was würden Sie an meiner Stelle tun? F. G. Flüelen.

ANTWORT: Bei Hypotheken gibt es keine Parade-Antworten. Der Eine ist gerne bereit, für eine Festhypothek etwas mehr zu bezahlen, wenn er dafür die Gewissheit hat, in den kommenden Jahren keine Überraschungen zu erleben. Die Gewissheit hat ihren Preis. Der andere kann es sich leisten, einen plötzlichen Zinsanstieg zu verkraften. Dieser wird versuchen, den Tiefstpunkt für Festhypotheken abzuwarten.

Ich weiss nicht, zu welchem Typ Sie sich zählen. Ich persönlich neige dazu, die Hypothekarschuld in einen variablen und einen festverzinslichen Teil aufzuteilen. Die eine Hälfte würde ich auf fünf Jahre zu einem festen Zinssatz von 3,375 Prozent anbinden. Dieser Satz liegt noch unter jenem der variablen Hypothek. Für die andere Hälfte der Schuld würde ich eine Liborhypothek zu einem Zins von gegenwärtig rund 2 Prozent abschliessen.

Die Zinssätze dieser zeitlich befristeten Hypotheken richten sich nach einem kurzfristigen Satz für den Geldmarkt, genannt Libor. Weil dieser Libor-Satz hohen Schwankungen unterworfen sein kann, sollte der Zinssatz gegen oben abgesichert werden, genannt Liborhypothek mit Cap.

 

Erschienen im Blick am 23. November 2002

Claude Chatelain