Chatelain rät: Wie unsere Soldaten die Krankenkassen subventionieren

Nicht jedem Wehrpflichtigen wird die Krankenkassenprämie zurückerstattet.
Nicht jedem Wehrpflichtigen wird die Krankenkassenprämie zurückerstattet.

FRAGE: Mein Sohn absolviert die Rekrutenschule als Motorfahrer in zwei Tranchen: vom 9. September bis 25. Oktober 2002 und vom 20. Januar bis 14. März 2003. Kann er während dieser Zeit die Prämien für die Grundversicherung bei seiner Krankenkasse zurückfordern? W.M. via E-Mail

ANTWORT: Leider nein. Gemäss der revidierten Verordnung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) muss die versicherte Person während mehr als 60 aufeinander folgenden Tagen der Militärversicherung unterstellt sein, damit der Versicherer die Prämie zurückzahlen muss. Bei Ihrem Sohnes ist dies nicht der Fall.

Das wegen der 60 aufeinander folgenden Tage hatte ich schon Anfang Juni geschrieben. Darauf habe ich einige Anfragen erhalten, weshalb denn WK-Soldaten keine Rückerstattung erhielten. Schliesslich seien sie während der Dienstpflicht der Militärversicherung unterstellt, deren Leistungen erst noch besser seien als jene der Krankenkassen.

Nach Auskunft des Bundesamts für Sozialversicherung wollte der Gesetzgeber die Versicherungspflicht nur bei länger dauernden Diensten sistieren. Man wollte unter anderem verhindern, «dass den Krankenversicherern allzu grosse administrative Aufwände im Zusammenhang mit der Sistierung entstehen.» In Tat und Wahrheit gings wohl eher darum, die Krankenkassen vor weiteren Prämieneinbussen zu schützen. Man spricht hier von Prämien in der Grössenordnung von 60 Millionen Franken, für welche die Krankenversicherer keine Gegenleistung erbringen. Die Zeche zahlt der Wehrmann.

 

Erschienen im BLICK am 31. Oktober 2002

Claude Chatelain