Chatelain rät: Beachten Sie bei der Trennung die Steuervorteile

FRAGE: Ich möchte mich von meinem Mann trennen und später scheiden lassen. Er will die Trennung auf Anfang 2003 verschieben, wegen Steuervorteilen. Soll ich den Wunsch erfüllen oder ist das nur ein Trick? U. L., Luzern

ANTWORT: Vielleicht ist Ihr Mann ein aufmerksamer Leser der Wirtschaftszeitung «Cash». Dort schrieb der Steuerexperte Michael Leysinger kürzlich: «Trennungen und Scheidungen sind wenn möglich per Anfang Jahr vorzunehmen.»


Scheidungen sind meist nicht planbar; der Richter wird kaum aus Steuergründen den Zeitpunkt des Urteils hinausschieben. Bei der Trennung jedoch bestimmen Sie den Zeitpunkt. So kann eine Steueroptimierung vorgenommen werden, wie das in der Finanzwelt genannt wird.

Für die Besteuerung sind jeweils die Verhältnisse per Ende Jahr massgebend. Wenn Sie sich auf 1. November trennen, zahlen Sie nicht für zehn Monate den tieferen Verheirateten-Tarif und für zwei Monate den höheren Alleinstehenden-Tarif, wie man denken könnte. Vielmehr werden Sie fürs ganze Steuerjahr 2002 separat besteuert, da Sie Ende Jahr schon getrennt sind. Findet die offizielle Trennung jedoch erst am 2. Januar 2003 statt, so werden Sie für das ganze Jahr 2002 gemeinsam zum tieferen Verheirateten-Tarif veranlagt.

 

Erschienen im BLICK am 3. Oktober 2002

Claude Chatelain