Die Drehscheibe Genf wird ausgebaut

Die KLM Alps/Air Engiadina verstärkt ihre Position in Genf. Sie übernimmt von Crossair die zwei Linien nach Toulouse und Marseille und bietet diese Strecken im Code-Share mit Crossair an.

«Wir gehen nicht mit einem Konkurrenten ins Bett», widerspricht Herbert Smole, der CEO der Air Engiadina, «wir verfolgen bloss eine gut-schweizerische Zusammenarbeit.» Immerhin: Das Code-Share-Programm der beiden Regionalfluggesellschaften Crossair und Air Engiadina wird im Communiqué als «historische Novität» gewertet.

 

Der Anstoss dieser «Novität» hat nach offizieller Lesart die Crossair gegeben, die die Verbindungen nach Marseille und Toulouse ab der Rhone-Stadt aus Rentabilitätsgründen nicht mehr selber fliegen wollte. Somit wird die unter dem Namen «KLM Alps» fliegende Air Engiadina eine zusätzliche Maschine nach Genf verlegen und ab dem 26. März die beiden Linien mit einem Code-Share-Agreement mit der Crossair bedienen. Das heisst, beide Gesellschaften werden diese Strecken unter einer eigenen Flugnummer anbieten.

 

Ein Glücksfall

 

Die Anfrage der Crossair ist für Air Engiadina offensichtlich ein Glücksfall, taten sich doch die Belper mit ihrer Präsenz in Genf schon seit längerem schwer. «Für uns ist diese neue Lösung ideal», bestätigt Smole. «Nun sind wir mit zwei Maschinen voll ausgelastet; bisher waren wir mit einem Flugzeug nur halb ausgelastet.»

 

Eine Ausdehnung der Zusammenarbeit für Flüge ab Belp sieht Smole zum heutigen Zeitpunkt nicht. Crossair nutze Belp vor allem als Zubringer für den Knotenpunkt Basel, derweil KLM Alps vorab Punkt-zu-Punkt-Verkehr anbiete. Sollte jedoch Crossair zum Beispiel ihre Direktflüge nach Brüssel nicht mehr allein bedienen wollen, sei Air Engiadina grundsätzlich nicht abgeneigt, die Zusammenarbeit mit der Swissair-Tochter auszudehnen.

 

Wie Smole weiter erklärt, müssen die Flugpreise im Schnitt um 3 Prozent erhöht werden - der Ölpreishausse sei Dank. Die stark gestiegenen Preise für Flugpetrol hätten dem Unternehmen im zurückliegenden Jahr eine Million Franken gekostet. ·

 

Erschienen in der BZ am 24. Februar 2000

Claude Chatelain