So werden Ihre Hypotheken nicht zur Hypothek

Die BEKB hat letzte Woche den Basissatz für variable Hypotheken auf 4 Prozent erhöht.
Die BEKB hat letzte Woche den Basissatz für variable Hypotheken auf 4 Prozent erhöht.

An den Finanzmärkten flackerten Anfang Jahr neue Zinsängste auf. Steht eine neue Hypozinsrunde vor der Tür? Einiges deutet darauf hin. Deshalb sind dreijährige Festhypotheken von 4,5 Prozent zurzeit attraktiv.

 

Die Berner Kantonalbank (BEKB) hat letzte Woche den Basissatz für variable Hypotheken per 1. Mai um 0,25 Prozentpunkte auf 4 Prozent erhöht. Es handelt sich dabei zwar nicht um das Einläuten einer neuen Hypozinsrunde, sondern bloss um ein Nachziehen der bereits im Oktober angekündigten Hypothekarzins-Erhöhungen. Immerhin zeigt der Entscheid der BEKB, in welche Richtung sich die Hypozinsen im laufenden Jahr entwickeln werden - nach oben.

 

An diesem Trend besteht auch für Daniel Scheibler kaum ein Zweifel. Schon in der CASH-Umfrage vom 22. Oktober 1999 sprach der Sarasin-Chefökonom von einem «mittelfristigen Anstieg, der im Jahr 2000 wohl bis etwa 4,5 und 2001 bis 5,25 Prozent weiterzieht». Scheib- ler hält auch heute an dieser Einschätzung fest. Dies umso mehr, als das jüngst publizierte KOF-Konjunkturbarometer erneut nach oben zeigt. Zudem gibt es immer weniger Argumente für ein grosses Zinsgefälle zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken. «Das Zinsniveau in der Schweiz wird sich dem Euro-Niveau annähern», prognostiziert Scheibler. In den Märkten allerdings komme dies noch nicht zum Ausdruck.

 

Sollten also die variablen Zinssätze im nächsten Jahr tatsächlich auf über 5 Prozent anziehen, so wäre man mit einer dreijährigen Festhypothek von 4,5 Prozent gut beraten.

 

Eine andere Strategie verfolgt das VZ Vermögenszentrum. Lorenz Heim, ein Experte für Wohneigentumsfinanzierung, will zwar steigende Hypozinsen nicht ausschliessen, zweifelt aber an einem Anstieg auf über 5 Prozent im nächsten Jahr. Und sollten die variablen Sätze dennoch auf das besagte Niveau steigen, so wäre man im Durchschnitt über die Zeit mit variablen Hypotheken von derzeit rund 4 Prozent immer noch mindestens so gut bedient wie mit einer Festhypothek von 4,5 Prozent. Um der Ungewissheit zu begegnen, empfiehlt CASH deshalb den Mittelweg: je zur Hälfte auf eine variable und auf eine feste Hypothek zu setzen.

 

So gesehen könnte man sich auch überlegen, bei der UBS eine Portfolio-Hypothek abzuschliessen. Dieses Modell hat Elemente von Fest- wie auch von variablen Hypotheken. Also der Fünfer und das Weggli? «Nein», sagt Lorenz Heim. Im Vergleich mit anderen Hypothekarmodellen schneidet die Portfolio-Hypothek der Marke UBS schlecht ab, wie entsprechende Zinskurven zeigen. Heim wörtlich: «Wer die Möglichkeit hat, eine Libor- oder Festhypothek abzuschliessen, dem raten wir von einer UBS-Portfolio-Hypothek ab.»

 

Erschienen im CASH am 14. Januar 2000

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Claude Chatelain