Rat in der BZ: Insassenversicherung für Gospelchor

Frage: Durchschnittlich ein bis zwei Mal pro Monat fahre ich meine Schwiegermutter zum Einkaufen oder zum Arzt. Sonst transportiere ich maximal fünf Mal pro Jahr Sängerkolleginnen und -kollegen des Gospel-Chors. Muss ich nun eine Insassenversicherung abschliessen? K .D., Thun

Antwort: Sie können ohne grosses Risiko auf die Insassenversicherung verzichten. Ihre Schwiegermutter muss - wie jede andere Person, die in der Schweiz lebt - eine Kranken-Grundversicherung abschliessen. Diese würde bei einem Unfall die Heilkosten bezahlen. Dabei gibt es aber drei Einschränkungen:

· Die Krankenkassen stellen einen Selbstbehalt in Rechnung.

· Sie kommen zum Teil für Therapien nicht auf.

· Wenn Ihre Schwiegermutter nur die Minimalleistungen versichert hat, bezahlen die Kassen bloss die allgemeine Abteilung.

Die Insassenversicherung bezahlt je nach Gesellschaft die private Abteilung, sämtliche Heilkosten, und dies ohne Selbstbehalt. Und ein weiterer Vorteil: Die Insassenversicherung erbringt ihre Leistung bereits wenige Tage nach dem Unfall. Andernfalls muss man unter Umständen mehrere Monate auf das Geld warten.

Für den Gospel-Chor gilt dasselbe wie für die Schwiegermutter. Kommt jemand in Ihrem Auto zu Schaden, müssen Sie grundsätzlich nichts bezahlen. Sind Sie am Unfall schuld, zahlt Ihre Haftpflichtversicherung. Sind Sie nicht schuld, hat der Mitfahrer schlicht Pech gehabt, dass er mit Ihnen gefahren ist. Geld steht ihm nicht zu.

 

Erschienen in der BZ am 2. Oktober 1999

Claude Chatelain